Bewährungsstrafe und Arrest

Zwei junge Männer gestehen Einbruch und Diebstahl von 1600 Euro

Kassel / Vellmar. „Wir waren halt beide da oben und haben das Geld geklaut“, sagt der 18-Jährige auf der Anklagebank - und der 21-Jährige neben ihm stimmt zu.

Die beiden Vellmarer gestehen eine Tat, die das Kasseler Amtsgericht bereits vor zweieinhalb Wochen beschäftigt hat: Sie sind am 1. Mai 2011 in die Wohnung einer Bekannten eingebrochen und haben dort einen größeren Betrag erbeutet. 1600 Euro, sagen sie selbst. 2000 Euro, sagt die Geschädigte.

Die Tat brachte den jungen Männern am Mittwoch einen Schuldspruch wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls ein. Der 21-Jährige wurde zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Als Auflage wurde ihm aufgegeben, 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit abzuleisten - neben der Ausbildung.

Gegen den 18-Jährigen wurde nach Jugendstrafrecht ein Dauerarrest von drei Wochen verhängt. Diese Strafe erging allerdings nicht allein für den Einbruch. Schuldig gesprochen wurde er auch wegen Verkaufs von Marihuana in zehn Fällen und zweier weiterer Delikte.

Der Einbruch war schon einmal Thema für das Gericht gewesen, als die Wohnungsinhaberin und zwei ihrer Kumpels auf der Anklagebank saßen. Sie hatten sich nach Entdeckung der Tat nicht an die Polizei gewandt, sondern waren - gemeinsam mit dem Freund der Frau und einem weiteren Kumpel - losgezogen, um das geklaute Geld zurückzuholen. Diese Selbstjustiztour, bei der der 21-Jährige nach Überzeugung des Gerichts grob verprügelt wurde, brachte den dreien eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung ein. „Er hat uns verarscht, aufs Tierischste“, gab der 18-Jährige am Mittwoch als Grund für den Einbruch an. Er - das ist der Freund der Wohnungsinhaberin. Worin der unflätig angedeutete Konflikt bestand, wollte der junge Mann nicht sagen. Die Idee für den Einbruch sei ihnen spontan gekommen, sagten die zwei. Dass Geld zu holen war, hätten sie gewusst.

Laut Anklage hatte der 21-Jährige den Freund der Geschädigten vor der Tat zu ihr begleitet und gesehen, wie sie das Geld unter einer Spielkonsole deponiert hatte.

Von Katja Schmidt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.