Geldstrafe: Ex-SPD-Fraktionschef Bring erschien nicht vor Gericht

Helmut Bring

Kaufungen / Eschwege. Der Prozess gegen den Juristen und Kaufunger SPD-Kommunalpolitiker Helmut Bring vor dem Eschweger Amtsgericht musste am Dienstag ohne ihn stattfinden. Trotz ordnungsgemäßer Ladung waren er und seine Verteidigerin Gabriele Gruffke zum Termin nicht erschienen.

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Weil der ehemalige Fraktionschef in seiner Zeit als Anwalt in Eschwege laut Staatsanwaltschaft Mandanten-Gelder veruntreut haben soll, hätte er sich vor Gericht verantworten müssen. Weil er nicht kam, stellte Oberstaatsanwältin Ingeborg Vesper den Antrag auf einen Strafbefehl, dem das Gericht auch folgte. Bring muss 2375 Euro zahlen.

Wie Richterin Schmidt nach der Verhandlung sagte, kommt der Strafbefehl einem Urteil gleich. Bring hat nun 14 Tage Zeit, Einspruch einzulegen. Akzeptiert er die Geldauflage, ist die Sache erledigt, legt er Widerspruch ein, landet sie erneut vor Gericht. Bereits im November 2011 hatte eine Verhandlung in Eschwege stattgefunden, damals hatte das Amtsgericht entschieden, weitere Beweismittel heranzuziehen. Fünf Zeugen waren zu dem Termin am Dienstag geladen.

Auch das Ehepaar Petra und Wolf-Rüdiger John aus Wehretal (Werra-Meißner-Kreis), ihnen schuldet Bring nach deren Angaben 1230 Euro. Petra John war im Jahr 2006 in einen Verkehrsunfall verwickelt gewesen. Vor dem Zivilgericht wurde darüber gestritten, ob die Versicherung des Unfallverursachers den Schaden am Auto von Frau John und ein Schmerzensgeld zahlt.

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Dieser Artikel wurde um 17.30 Uhr aktualisiert

„Unser Versicherungsvertreter hatte uns Herrn Bring als Anwalt empfohlen“, erinnert sich Wolf-Rüdiger John. Im Zivilverfahren einigten sich die Parteien im April 2008 auf einen Vergleich. „Als ich nachfragte, wo mein Geld bleibt, sagte Herr Bring, die Versicherung habe noch nicht gezahlt“, so Petra John. Ihre Versicherung verwies sie wiederum an den Anwalt. Sie habe mehrfach bei ihm angefragt, sowohl schriftlich wie telefonisch, stets ohne Ergebnis. „Ich drohte, dass wir Zinsen berechnen und die Anwaltskammer informieren.“ Doch auch das nützte nichts. Das Ehepaar entband Bring schließlich als Anwalt und nahm sich einen neuen. Im Februar 2010 erstatteten die geprellten Mandanten Anzeige gegen Bring.

Von dem Strafverfahren hatten dessen Genossen von der Kaufunger SPD nach eigenen Angaben nichts gewusst, als sie ihn Ende Januar dieses Jahres zum neuen Fraktionsvorsitzenden wählten. Inzwischen trat Bring von allen Parteifunktionen zurück und legte auch sein Amt als stellvertretender Gemeindevertretervorsitzender nieder. Sein Mandat als Gemeindevertreter ruht, der 55-Jährige wollte es bisher nicht aufgeben. SPD-Kreischef und Landrat Uwe Schmidt wollte sich am Dienstag auf HNA-Anfrage nicht zum Ausgang des Verfahrens äußern. Kaufungens SPD-Vorsitzender und Bürgermeister Arnim Roß sagte, die Partei kommentiere den Gerichtsprozess nicht.

Von Ralf Pasch

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