Elf Jahre alter Multivan wurde Rentnerpaar aus seinem Carport in Ahnatal am Kammerberg gestohlen

Der geliebte VW-Bus ist weg

Kreis Kassel. Über elf Jahre hat der dunkelgrüne VW Bus Walter und Angela Schumacher treue Dienste geleistet. Der 72-jährige, groß gewachsene Rentner liebte an seinem guten Stück unter anderem den bequemen Einstieg und die erhöhte Sitzposition. Aus, vorbei, der T 4 ist Geschichte, er wurde dem Paar in diesem Monat aus dem Carport ihres Hauses am Ahnataler Kammerberg gestohlen.

Diebe kamen in der Nacht

Es war in der Nacht vom 9. auf den 10. März, dass ein oder mehrere Diebe den Multivan aufbrachen und mitnahmen. Die Eigentümer schliefen, bekamen nichts mit, auch wenn der Carport am Haus zwischenzeitlich durch Bewegungsmelder und mehrere Lampen hell erleuchtet gewesen sein muss. Auch sonst blieb der Diebstahl unbemerkt, „dabei haben wir sehr aufmerksame Nachbarn“, sagt die 70-Jährige. Die Tat geschah möglicherweise zwischen drei und vier Uhr, schätzt Schumacher. Denn eine Woche später erhielt der Fahrzeughalter Post vom Amt für Ordnung und Verkehr Göttingen. Sein Multivan war am 10. März um 4.52 Uhr auf der A 7 an der Werratalbrücke Richtung Norden mit Tempo 123 geblitzt worden. Der Fahrer ist deutlich zu erkennen, und auch die Autobahnvignetten aus Österreich, die innen an der Windschutzscheibe kleben. Trotz Täterfoto, das Schumacher den Beamten im Polizeirevier Nord brachte, macht sich der Ahnataler keine Hoffnung darauf, seinen Besitz wiederzubekommen. „Der ist weg, möglicherweise über Polen nach Rumänien“, hatten ihm die Polizisten gesagt.

Wie sei der Dieb nur auf den Multivan aufmerksam geworden, fragt sich Angela Schumacher. Ihr Haus steht in einer Stichstraße, der Carport ist zurückgesetzt. Auf jeden Fall habe der Dieb schnell eine Tankstelle anfahren müssen. Als Walter Schumacher seinen T 4 am Vorabend abstellte stand die Tankanzeige auf Reserve. Das Paar trauert seinem „geliebten Bus“ hinterher. 1999 hatten sie den 2,5 TDI direkt vom Werk geholt. Seitdem waren sie mit ihm in Schottland, England, Skandinavien und mehrfach in Italien. Komplett ausgestattet mit Navi und Standheizung, mit umklappbaren Sitzen als Schlafgelegenheit und mit Miniküche. „Trotzdem haben wir selten drin geschlafen, sind lieber ins Hotel gegangen“, sagt das Paar.

Tipptopp gepflegt war der VW Bus, erhielt im Oktober neben großer Inspektion eine neue Auspuffanlage und neue Scheibenbremsen. Trotz 145 000 Kilometern auf dem Tacho „wollte ich kein neues Auto“, sagt der rechtmäßige Besitzer. Jetzt wird er sich nach einem Ersatz umsehen müssen. Die Versicherung hat gezahlt. „Für einen Bus reicht es aber nicht mehr.“ Eins aber ist klar, der Carport erhält ein Tor. „Das ist schon bestellt“, sagt Walter Schumacher.

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Von Michael Schräer

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