Mehrheit aus SPD und Grünen für die Prüfung

Gemeinde Fuldatal prüft Einführung einer Pferdesteuer

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Kann sich ein Fuldatal ohne Pferde nicht mehr vorstellen: Gerhard Krug hat in Ihringshausen seit den 80er-Jahren einen Hof. Zurzeit stehen dort zehn Pferde.

Fuldatal. In der vergangenen Fuldataler Gemeindevertretersitzung hatte sich eine Mehrheit aus SPD und Grünen für die Prüfung einer Pferdesteuer ausgesprochen. Diese soll dazu beitragen, den Haushalt aufzubessern.

Gerhard Krug aus Ihringshausen ist sauer: „Diesen kleinen Hof sollte man nicht auch noch kaputt machen. Sonst verschwinden hier bald die letzten Ställe aus dem Ortsbild“, sagt der 58-Jährige Pferdehalter mit ernstem Gesicht. Er spricht von der Pferdesteuer.

Kommen jeden Tag auf den Hof von Gerhard Krug: Julia und Paula Eckel und Hannah Schmidtke (von links).

Als erste Kommune und unter heftigen Protesten hatte Bad Sooden-Allendorf im November 2012 die Einführung einer Pferdesteuer ab Januar dieses Jahres beschlossen. 2011 war die Einführung einer solchen Steuer in Schauenburg gescheitert. Die Pläne des Gemeindevorstands fanden in einer Sitzung des Ältestenrates keine Zustimmung. Und jetzt also Fuldatal? Für Gerhard Krug wäre die Pferdesteuer eine große Belastung. Auf seinem 15 Hektar großen Hof in Ihringshausen hält er zehn Pferde: Zwei Ponys, zwei Zuchtstuten und sechs Pensionspferde. Würde Krug für seine Pferde Steuern zahlen müssen, zieht er in Erwägung, die Ponys wegzugeben.

Krug, der seit Mitte der 90-er Jahre im Vorstand des Pferdezuchtvereins Nordhessen ist, schätzt, dass es in Fuldatal insgesamt 150 Pferde gibt. Sollten diese besteuert werden, befürchtet er, dass sich die Anzahl der Tiere deutlich reduzieren könnte. Die Leute würden dann mit ihren Pferden dahin gehen, wo sie keine Steuer zahlen müssen.

Pferdesteuer rechtmäßig?

Auch Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU) spricht sich gegen die Steuer aus: „Ich finde es nicht richtig, sich einzelne gesellschaftliche Gruppen herauszupicken. Vor allem weil viele Jugendliche in den Sport integriert sind.“ Noch ist nichts entschieden. Die Gemeinde prüft nun, unter welchen Bedingungen eine Pferdesteuer möglich ist. Auch das zurzeit laufende Normenkontrollverfahren beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel wird dabei eine Rolle spielen. Dabei wird geprüft, ob die Pferdesteuer in Bad Sooden-Allendorf überhaupt rechtmäßig ist. „Solange es kein Grundsatzurteil gibt, bewegen wir uns im Raum von Vermutungen“, sagt Schreiber.

Bis es zu einer Entscheidung in Fuldatal kommt, will der Pferdezuchtverein Nordhessen keine Protestaktionen starten, bestätigt Franz-Wilhelm Löer vom Vorstand. Für ihn steht aber jetzt schon fest: „Die Pferdesteuer wäre für ein so wunderbaren Ort eine Katastrophe.

Von Nina Thöne

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