Kostensteigerungen im Linienverkehr

Espenau bangt um bessere Anbindung an Tram in Vellmar

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Umsteigemöglichkeit: Von der Tramlinie 1 können Espenauer in die Buslinie 46 umsteigen. Das Problem: Der letzte Bus, der alle Espenauer Haltepunkte ansteuert, fährt schon um 19 Uhr. Wer später fahren will, muss mit seinem Pkw den Park-&-Ride-Platz nutzen.

Espenau. Der Druck, unter den der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) durch die zu erwartenden Kostensteigerungen im Buslinienverkehr -im Gespräch sind mehr als 30 Prozent - gerät, zeigen für kleinere finanzschwache Kommunen schon jetzt erste Auswirkungen.

Für Espenau zum Beispiel, das sich eine bessere Busanbindung ab der Endhaltestelle Vellmar-Nord der neuen Straßenbahn gewünscht hatte, wird es jetzt schwierig werden, diesen Plan umzusetzen. Ein erstes Gespräch mit dem NVV sei ernüchternd verlaufen, sagte dazu Espenaus Bürgermeister Michael Wielert (SPD) auf Anfrage unserer Zeitung. „Alles, was wir uns überlegt haben, ist in der Schwebe.“

„Alles, was wir uns überlegt haben, ist in der Schwebe.“ Bürgermeister Michael Wielert

Gehofft hatte man in Espenau, dass die Abfahrtszeiten der Linie 46, die von Vellmar-Nord über Espenau nach Fürstenwald fährt, nach hinten erweitert werden. Denn zurzeit fährt der letzte Bus, der alle Espenauer Haltestellen ansteuert, schon um 19 Uhr.

Der NVV hat zwar zugesagt, angesichts der Kostensteigerungen seinen Anteil am Zuschussbedarf im Buslinienverkehr zu erhöhen, machte aber gleichzeitig klar, dass gespart werden muss. Die Strategie zur mittelfristigen Neuordnung des Busverkehrs, die die beiden NVV-Geschäftsführer Wolfgang Dippel und Klaus-Peter Güttler kürzlich in der HNA erläuterten, lässt kaum Spielraum für weiter gehende Pläne.

Die Idee: Der NVV schafft ein Grundangebot regionaler Buslinien, die Nordhessen vernetzen und die der Verkehrsverbund zu 100 Prozent bezahlt. Der Landkreis und die Kommunen übernehmen im Gegenzug die Kosten für die von ihnen gewünschten Verästelungen des Liniennetzes in den Städten und Dörfern.

Für Espenau bedeutet das: „Wenn die Gemeinde selber Geld in die Hand nimmt, kann man bestimmt noch was machen“, sagt Steffen Müller vom NVV.

Auf Espenau käme laut Wielert eine fünfstellige Summe zu, die die gerade mal knapp 5000 Köpfe starke Gemeinde nur schwer schultern könnte. „Wir geben nur Geld, wenn wir im Gegenzug Verbesserungen erhalten“, umreißt der Bürgermeister die Strategie bei zukünftigen Gesprächen.

Von Stefan Wewetzer

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