Nach massiver Kritik: Gemeinde Lohfelden nimmt Sperrung der Fußwege zurück

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Ausgedient: Bauhofleiter Uwe Müller verstaut Verbotsschilder und Absperrgitter.

Lohfelden. Die Gemeinde Lohfelden hat am Freitagmittag die umstrittene Sperrung einer Vielzahl von Fußwegen zurückgenommen und den alten Zustand wieder hergestellt.

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„Wir hatten die Bedeutung der Wege für die Bevölkerung falsch eingeschätzt“, sagte Bürgermeister Michael Reuter (SPD) der HNA. Die Sperrung sei „nicht alltagstauglich gewesen“. Die Absperrung von Fußwegen an 47 Stellen im gesamten Gemeindegebiet hatte in der Bevölkerung für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Bei der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend kritisierten Kommunalpolitiker quer durch die Parteien gegenüber der HNA das Vorgehen der Verwaltung.

Bürgermeister Reuter hielt sich jedoch bedeckt und gab während der Sitzung keine Erklärung zu dem Thema ab. „Die Sperrung zum Schutz der Menschen war nicht der richtige Weg.“ Bürgermeister Michael Reuter Am Freitagvormittag trommelte Reuter die Amtsleiter im Rathaus zusammen, um die Situation zu bewerten. Auch die Mitglieder des Gemeindevorstands wurden eingebunden. Außerdem erörterte die Verwaltung die Situation mit dem Hessischen Gemeindebund und mit dem Versicherungsverband. Danach zog Reuter einen Schlusstrich und hob die Sperrung mit sofortiger Wirkung auf.

Der Bauhof wurde beauftragt, die Sperren wegzuräumen. Bereits gegen Freitagmittag waren alle Fußwege wieder nutzbar. Bauhof-Mitarbeiter räumten die auffälligen gelben Absperrgatter zur Seite, sie sollen kommende Woche abgeholt werden. Die von der Gemeinde zusätzlich aufgestellten Verbotsschilder wurden entfernt und im Bauhof eingelagert. Stehen bleibt nur der Hinweis, dass die Wege auf eigene Gefahr betreten werden. Die Lohfeldener rief der Bürgermeister auf, die Fußwege bei Eis und Schnee verantwortungsbewusst zu nutzen.

„Die Sperrung zum Schutz der Menschen war nicht der richtige Weg“, sagte Reuter der HNA. Nun werde man im politischen Prozess eine Lösung für den nächsten Winter erarbeiten. Ob man die Räumung an eine Fremdfirma vergebe oder den Winterdienst des Bauhofs aufstocke, sei noch nicht abzusehen. „Wir wägen noch einmal ab und gehen dann auf die Bürger zu“, sagte Reuter. (hog)

Hintergrund

Um Kosten beim Winterdienst einzusparen, hatte die Gemeindeverwaltung Dutzende von Gehwegen gesperrt. Die notwendigen Absperrgitter samt Baulampen wurden von einer Firma gemietet. Die Wege sollten bis zum Ende des Winters (31. März) gesperrt bleiben. Kosten von 9000 Euro wären fällig geworden. Nun werden sie laut Bürgermeister Michael Reuter deutlich niedriger. Bezahlt werden müsse nur für die tatsächlichen Tage. (hog)

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