Vandalismus in Lohfelden – Bürgermeister: Wiedereinführung des freiwilligen Polizeidienstes aber kein Thema

Gemeinde will Zügel anziehen

Michael Reuter

Lohfelden. Nach den zunehmenden Vandalismus-Schäden in Lohfelden will die Gemeinde Konsequenzen ziehen. „Wir werden uns inhaltlich und personell besser aufstellen“, sagte Bürgermeister Michael Reuter (SPD) auf Nachfrage der HNA.

Die Zerstörung der Bushäuschen sei „ein absolutes Ärgernis“, so der Verwaltungschef. Man werde der Entwicklung nicht tatenlos zusehen. Die politischen Gremien werden sich mit dem Thema befassen, auch bei den Haushaltsberatungen werde es eine Rolle spielen.

Zerstörungen und Vandalismus seien allerdings nicht auf eine Bevölkerungsgruppe begrenzt, es gebe Probleme in vielen Bereichen und mit den verschiedenen Altersgruppen. „Jeder schnitzt sich heute persönlich sein Recht zusammen“, stellt der Bürgermeister fest.

So registriere man etwa auch einen zunehmenden Mülltourismus; es gebe verstärkt wilde Müllablagerungen, Bauschutt werde einfach in die Landschaft gekippt. Auch im Straßenverkehr würden die Regeln oft nicht eingehalten.

„Wir haben viele Tempoüberschreitungen“, sagt der Bürgermeister. Die Gemeinde steuert mit stationären Blitzanlagen und mobilen Messungen gegen.

Darüber hinaus gibt es in Lohfelden schon seit Jahren einen Präventionsrat zur Vorbeugung von Straftaten. Ein Streetworker richtet sich mit offenen Angeboten an Jugendliche. In der öffentlichen Gemeindevertretersitzung wird er den Kommunalpolitikern am heutigen Donnerstag (19.30 Uhr, Bürgerhaus Lohfelden) berichten.

Die Wiedereinführung des freiwilligen Polizeidienstes in Lohfelden sei kein Thema, meint Bürgermeister Reuter. Dreieinhalb Jahre – von 2004 bis 2007 – waren sechs Freiwillige in Uniform auf den örtlichen Straßen unterwegs. Dann wurde der Dienst auf Betreiben der SPD wieder eingestellt. Vor allem viele ältere Bürger bedauerten dies damals. Denn die Bilanz der Streifengänge war durchaus positiv. So gingen die nächtlichen Ruhestörungen stark zurück, ebenso die Beschädigungen an Grillhütten. Es gab keine Graffiti-Schmierereien mehr, auch Straßenlaternen wurden kaum noch beschädigt.

Doch die Zerstörungen haben seither wieder zugenommen. So wurde im April 2011 ein halbes Dutzend Bushaltestellen zerstört. Und die Welle der Gewalt reißt nicht ab. Allein in diesem Sommer wurden 15 Haltestellen in Lohfelden zerstört. Der Schaden summiert sich laut Gemeinde auf 30 000 Euro.

Vorwürfe aus der Gemeindeverwaltung, die Polizei sei zu nachsichtig mit den Jugendlichen, weist die Polizei zurück (siehe Interview). UMFRAGE / KURZINTERVIEW

Von Holger Schindler

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