Bürgermeister beziehen Stellung

Gemeinden gegen Fracking

Kreis Kassel. Das Thema Fracking treibt die Bürgermeister im Landkreis Kassel auf die Barrikaden. Die Verwaltungschefs fordern den zuständigen Regierungspräsidenten in Darmstadt auf, keine Genehmigung zur Erkundung und Förderung von Erdgas zu erteilen.

Das Verfahren, bei dem ein Gemisch aus Sand, Wasser und Chemikalien in 3000 Meter tief liegende Gesteinsschichten gepresst wird, stelle ein nicht kalkulierbares Risiko für die Trinkwasserversorgung der 29 Städte und Gemeinden im Landkreis dar, schreibt der Vorsitzende der Bürgermeisterkreisversammlung, Michael Steisel (Söhrewald), in einer Pressemitteilung.

„Ungeachtet der zweifelhaften Aufforderung, zum Thema Trinkwasser keine Stellungnahme abzugeben“, würden die meisten Kommunen auf einer Stellungnahme zur lebenswichtigen Wasserversorgung bestehen.

Die geplante Claim-Absteckung sei eine Voruntersuchung. Trotzdem sei davon auszugehen, dass auf der Grundlage des Bergrechts beim Auffinden geeigneter Gasvorkommen die spätere Förderung nicht mehr verhindert werden könne, meint Steisel.

Die Bürgermeister befürchten eine Vergiftung des Trinkwassers und geologische Probleme bis hin zu Erdbeben, da in vielen Kommunen im Landkreis der Boden durch früheren Bergbau instabil sei. „Wer trägt die Risiken des Fracking?“, wollen die Bürgermeister wissen. Und wer komme für Schäden auf, die sich erst in 30 Jahren zeigen.

Regionalversammlung

Die Bürgermeister werden bei der öffentlichen Regionalversammlung im Kreishaus, Wilhelmshöher Allee 19-21 in Kassel, am 14. September (Beginn: 10 Uhr) und bei der öffentlichen Anhörung im Regierungspräsidium Kassel, Steinweg 6, am 5. Oktober (Beginn: 10.30 Uhr) präsent sein. (hog)

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