Gemeinden an Losse sehen Tauwetter am Wochenende gelassen entgegen

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Hohe Schneeberge: Wickenrode versinkt im Schnee. Wenn ab dem Wochenende das angekündigte Tauwetter einsetzt, wird sich die weiße Pracht in Wasser verwandeln. Doch Hochwasser wird an der Losse nicht erwartet.

Helsa / Kaufungen. Schneefall hat den Kaufunger Wald in eine herrliche Winterlandschaft verwandelt. Bis zu 40 Zentimeter hoch liegt der Schnee, in Helsa-Wickenrode läuft der Skilift, Kinder sowie Wintersportler tummeln sich am Ski- und Schlittenhang. Doch fürs Wochenende ist Tauwetter angesagt.

In den Losse-Dörfern wurde bereits die Befürchtung von drohendem Hochwasser und Überschwemmungen laut. Kann die Losse das erwartete Schmelzwasser aufnehmen?

„Der Pegel wird steigen, aber solange es nur um die Schneeschmelze geht, ist das nicht dramatisch“, sagte Gabriele Lemmer, bei der Kreisverwaltung fürs Hochwasser zuständig, auf Anfrage der HNA. Die Losse sei zwar ein Gewässer, das wegen der ausgedehnten Hochflächen bei Großalmerode schnell ansteigen könne. Das sei aber nur bei zusätzlichen kräftigen Regenfällen zu erwarten.

Auch in den Lossegemeinden herrscht derzeit keine große Besorgnis. „Wir erwarten keine Probleme“, sagt Helsas Bürgermeister Tilo Küthe (SPD). Am Pegelhäuschen in Helsa könne die Losse 26 Kubikmeter pro Sekunde Wasser aufnehmen. Küthe erwartet nicht, dass diese Marke erreicht wird, denn das Abschmelzen der Schneemassen sei ein langsamer Prozess. Viel gefährlicher sei Starkregen im Sommer, der sehr schnell niedergehe. Vom Tauwetter verspricht sich der Helsaer Bürgermeister sogar eine Entlastung, denn der Schneemassen in Wickenrode werde man kaum noch Herr.

Der Wasserverband Losse – ein Zusammenschluss der Anliegergemeinden – hat die Hochwassergefahr schon lange im Blick. So werden seit 20 Jahren Sohlabstürze zurückgebaut, auch um einen naturnahen und damit langsameren Abfluss des Wassers zu erreichen. Der Verband habe ein Niederschlagsgutachten für den Einzugsbereich der Losse in Auftrag gegeben, sagt Küthe. Das Ergebnis sei auch Grundlage für die Planung eines Hochwasserrückhaltebeckens, das bei Waldhof entstehen soll. Wann das bis zu neun Millionen Euro teure Projekt umgesetzt werden kann, ist noch offen.

Auch in Kaufungen gibt man sich angesichts des Tauwetters gelassen. „Ich sehe das nicht so schlimm, außer es kommt noch viel Regen dazu“, sagt Bauamtsleiter Jürgen Christmann. Da es im tiefer gelegenen Kaufungen früher taue als im höher gelegenen Hinterland, erwarte er für Kaufungen keine Probleme beim Abfluss des Lossewassers.

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