Gemeinsam den Alltag meistern

Bieten Begleitung für Menschen mit psychischen Erkrankungen: Helena Santos (links) und Ulla Kreie vom Emstaler Verein. Foto: De Filippo

Baunatal. Ein geregelter Arbeitsalltag, ein Treffen mit Freunden oder ein Einkauf im Supermarkt: Was für die meisten Menschen normal ist, kann für Menschen mit psychischen Erkrankungen eine unüberwindbare Hürde darstellen.

Hilfe bekommen sie vom Emstaler Verein, der auch in Baunatal eine Zweigstelle betreibt.

Die sozialpädagogische Einrichtung hat sich auf die ambulante Betreuung psychisch erkrankter Menschen spezialisiert. „Wir unterstützen die Menschen bei der Bewältigung des Alltags“, erklärt Ulla Kreie, Bereichsleiterin für Behindertenhilfe beim Emstaler Verein. Wie oft die Mitarbeiter ihre Klienten besuchen, hänge von der Ausprägung der Störung und der Beeinträchtigung ab.

„In vielen Fällen ist es nicht einfach, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen.“

Oft sehe man es den Menschen nicht an, dass sie an einer psychischen Erkrankung leiden. „Die Bandbreite reicht von Depressionen und bipolaren Erkrankungen bis zu posttraumatischen Belastungsstörungen und Angstzuständen“, erklärt Sozialpädagogin Helena Santos. Oft neigten die Betroffenen dazu, sich zurückzuziehen und Kontakte nach außen zu vermeiden. Manche seien mit einfachen Dingen überfordert, andere trauten sich nicht einmal allein auf die Straße.

„In vielen Fällen ist es nicht einfach, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen“, weiß die Beraterin aus Erfahrung. Deshalb seien viele Gespräche notwendig, um eine gemeinsame Basis zu schaffen. Ist dieser Schritt geschafft, begleiten die Betreuer ihre Klienten beispielsweise zu Arztbesuchen und Behördengängen, beraten sie in Sachen Haushaltsführung und unterstützen sie bei der Verwirklichung beruflicher Ziele.

Auf dem Weg zu einem geregelten Tagesablauf kann auch der Besuch der Tagesstätte, die der Emstaler Verein in Baunatal unterhält, sinnvoll sein. Dort können Menschen mit psychischen Erkrankungen - die jüngsten sind 20, die ältesten über 70 - mehrere Stunden in Gesellschaft verbringen. Zum Programm gehören Ergotherapie und kreative Angebote ebenso wie Ausflüge und gemeinsames Kochen. „Der Kontakt zu anderen Betroffenen ist wichtig. So sehen die Menschen, dass sie nicht allein sind“, sagt Ulla Kreie. Von Pamela De Filippo

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