Thaibox-Trainer Wicke beteiligt sich an „Integration durch Sport“

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Ein starkes Team: (links hinten) Trainer Heinfried Wicke, Co-Trainer Vinicio Pflüger, Celio Bandurski (16 Jahre), Mathias Werning (20 Jahre), Jonas Dorok (18 Jahre), Richard Brikmann (18 Jahre), Ivan Rodin (19 Jahre), Nils Hillebrand (22 Jahre), Frederic Hillebrand (19 Jahre), Franziska Jürß (15 Jahre), Michelle Thill (15 Jahre). (links vorne) Sebastian Merz (32 Jahre), Carmen Janda (40 Jahre), Sina Nasemann (16 Jahre), Melanie Abel (19 Jahre), Pascal Hildebrandt (14 Jahre), Mehriban Batan (18 Jahre), Lucinda Pieritz (17 Jahre), Ronja Flore (15 Jahre).

Wolfhagen. Heinfried Wicke hat seine Schüler im Griff. Ohne zu widersprechen oder zu maulen, folgen sie seinen Anweisungen. „Manchmal muss ich Schüler sperren“, sagt der Thaibox-Trainer Heinfried Wicke. „Das passiert aber selten.“

Der gebürtige Naumburger und Organisator der Fight Night vom vorvergangenen Wochenende ist für seine knapp 100 Schüler in Wolfhagen und Volkmarsen ein Vorbild. Vor sieben Jahren war Wicke der erste im Altkreis, der sich am Programm „Integration durch Sport“ in Wolfhagen beteiligte.

„Wir sind alle wie eine große Familie“, sagt der 35-jährige Thaibox-Trainer. „Alle Nationen machen hier in einem Raum Sport.“ Dafür kommen die Leute aus einem Umkreis von 30 Kilometern zum Training. Die Arbeit als Trainer koste sehr viel Energie und Freizeit. „Aber das mache ich gerne“, sagt der gebürtige Naumburger. „Man muss immer ein offenes Ohr haben.“ Heinfried Wicke macht seit 16 Jahren Thaiboxen und arbeitet seit sieben Jahren als Trainer.

Auch die 16-jährige Sina Nasemann aus Naumburg hat ihren Platz im Team gefunden. „Man gehört einfach dazu“, sagt die Schülerin. „Es sind hier alle sehr freundlich.“ Neben der verbesserten Fitness und dem Training des gesamten Körpers begeistert die angehende Abiturientin das Kennenlernen neuer Leute durch das Thaiboxen. Die 16-jährige Schülerin hat vor einem Jahr im Wolfhager Fitnessstudio Lupus mit dem Training begonnen. Seit einem halben Jahr ist sie in Volkmarsen.

Mit 20 Jahren Co-Trainer

Der 20-jährige Vinicio Pflüger, Co-Trainer von Heinfried Wicke, ist durch Freunde an den Sport gekommen. „Das ist ein guter Ausgleich für den Alltag“, sagt der gebürtige Wolfhager. Der Student hat vor drei Jahren mit dem Thaiboxen begonnen.

Das Training war für ihn eine gute Motivationsspritze während der Abiturzeit.

„Wenn man beispielsweise am Sandsack steht und nicht mehr kann, der Trainer aber noch sagt, dass man durchhalten muss, dann lernt man dran zu bleiben“, sagt der 20-Jährige.

Darüber hinaus habe der Co-Trainer und Student festgestellt, dass der Sport nicht nur die Motivation, sondern auch das Selbstbewusstsein stärke. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ängstliche oder zurückhaltende Leute hier gestärkt werden“, betont der 20-Jährige. „Sie gehen selbstbewusster und motivierter durchs Leben.“

Neben der verbesserten Fitness, dem gesteigerten Selbstbewusstsein und der höheren Motivation sind Heinfried Wicke auch noch andere Dinge wichtig. „Zu viele Jugendliche hängen rum und werden nicht beschäftigt“, sagt der 35-Jährige. „Man muss sie von der Straße holen“.

Er betont, dass dahingehend einfach zu wenig angeboten werde. „Das Sportangebot auf dem Dorf ist einfach überschaubar“, sagt er. „Die Jugendlichen müssen sich ausprobieren und messen können.“ Oft geschehe der Weg zum Sport einfach zu spät oder unter Zwang.

Von Johanna Uminski

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