Baunataler Pilger starten am Freitag Richtung Spanien

Gemeinsamkeit ist nicht so einfach

Unterwegs: Seit 2009 findet jährlich eine Pilgerreise der evangelischen Kirchengemeinde in Baunatal-Mitte statt. Die Hälfte der 2750 Kilometer haben die Wanderer bereits zurückgelegt. Foto: Archiv

Baunatal. Die größte Schwierigkeit bei einer Pilgerreise sei weder die anstrengende Strecke noch das wechselnde Wetter. „Das schwierigste ist, dass man nie alleine ist“, verrät Günter Törner.

Gemeinsam mit 30 anderen Wanderfreunden geht der Pfarrer der Gethsemane-Kirche in Baunatal auf die nächste Etappe der knapp 3000 Kilometer langen Reise auf dem Jakobsweg. Das Ziel: die Stadt Santiago de Compostela in Spanien. Einen wichtigen Etappenpunkt, die Hälfte der Reise, erreichten die Pilger im vergangenen Jahr. Jetzt geht es weiter, 325 Kilometer stehen den Wanderfreunden in den kommenden 14 Tagen bevor, bis sie Eauze in Südfrankreich erreichen – das Ziel der diesjährigen Strecke.

Morgen um 17 Uhr geht es los. „Wir starten mit dem Bus an der Kirche. Der bringt uns nach Conque, in Frankreich“, berichtet Törner. Nach der Ankunft in Conque bleibe lediglich eine Stunde zum Verweilen, dann startet die Gruppe bereits zum ersten Ziel. 20 Kilometer müssen dafür bewältigt werden.

Jeder Tag der Pilgerer stünde im Zeichen einer bestimmten Geschichte aus dem Markusevangelium. „Jeder bekommt ein Buch mit zwölf Geschichten“, erzählt Törner. Am Anfang jedes Tages werde eine Geschichte gelesen und drei Fragen dazu gestellt. Anschließend wandern die Pilger eine Stunde lang – schweigend. „So können sie das Gehörte sacken lassen und darüber nachdenken.“ Außerdem sei das Schweigen sehr wichtig auf der Pilgerreise. „Man kann sich nicht dauernd unterhalten. Das Schweigen tut unheimlich gut.“ Denn die größte Schwierigkeit an der Pilgerreise seien nicht die körperlichen Beschwerden, sondern vielmehr die ununterbrochene Gemeinsamkeit. „Man ist nie alleine. Das ist eine große Einschränkung.“ Außerdem müsse man 14 Tage lang auf die einfachsten Dinge verzichten. „Das fängt schon morgens an, wenn ich wie immer einen Kaffee trinken möchte.“ Was im Gepäck keines Pilgers fehlen sollte, weiß Törner: „Gut eingelaufene Wanderschuhe und Regenbekleidung sind ein Muss.“

Übernachtet wird diesmal ausschließlich in Pilgerherbergen. „Das ist echtes Luxuspilgern“, sagt Törner. Denn in den vergangenen Jahren sei in den Übernachtungslagern nicht immer eine Dusche vorhanden gewesen.

Pro Tag stehen Strecken zwischen 19 und 38 Kilometern auf dem Programm. Am 31. Oktober kommen die Pilgerer in Eauze an. Dann bringt sie ein Bus zurück nach Baunatal.

Von Carolin Hartung

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