Im Kampf um die absolute Mehrheit im Kreistag setzt die SPD auf eine Kampagne mit Menschen von nebenan

SPD: Mit Genossen-Du auf Stimmenfang

Kreis Kassel. Der Satz kann durchaus auch als Wunsch der Sozialdemokraten interpretiert werden. „Für unseren Landkreis Kassel“ prangt als Unterzeile auf dem roten Aufkleber, mit dem die Kreis-SPD für die Kommunalwahl am 27. März wirbt.

„Unser Landkreis“, das steht - sieht man einmal von einer kurzen sozialliberalen Ära in den 1980er-Jahren ab - für eine jahrzehntelange absolute Mehrheit (zuletzt 51,5 Prozent) im Kreistag.

Doch die ist nicht zuletzt wegen der acht Parteien, die dieses Jahr auf Kreisebene um Stimmen werben, gefährdet. „Ich denke schon, dass wir in der Lage sind, die absolute Mehrheit zu verteidigen“, sagte SPD-Chef Uwe Schmidt („Es gibt keinen Wechselwunsch“) gestern bei der Vorstellung der Wahlkampagne. „Aber es wird nicht einfach.“ Große Unbekannte bei dem Urnengang am 27. März sind nach Einschätzung Schmidts die Freien Wähler.

Um ihre Vormachtstellung zu verteidigen, haben die Sozialdemokraten eine Werbekampagne entwickelt, die statt auf die großen Tiere der Partei auf Menschen von nebenan setzt. „Die Leute, die abgebildet sind, kann man auf der Straße treffen“, sagt Ulrike Gottschalck. Die Bundestagsabgeordnete aus Niestetal ist Spitzenkandidatin der SPD für die Kreistagswahl.

Unter den Menschen von nebenan ist Thea Hubach, Seniorin aus Kaufungen. Auf die im vertrauten Genossen-Du gehaltene Frage „Was bewegt dich?“ antwortet sie: „In meiner Heimat versorgt zu sein.“ Hans Franke, Unternehmer aus Naumburg, besetzt das Thema Wirtschaft. Seine Antwort lautet: „Mit neuer Energie Arbeit schaffen.“ Insgesamt 2000 Plakate, darunter 1200 großflächige, wird die SPD nach Angaben ihres Wahlkampfmanagers Christian Strube zwischen Bad Karlshafen und Baunatal aufstellen beziehungsweise kleben.

Doch die Partei bedient sich im Wahlkampf auch der sozialen Netzwerke im Internet. Auf Facebook werben die Genossen für ihr Programm und bieten den Dialog mit den Wählern an.

Veranstaltungen mit der Parteiprominenz wird es in den Wochen vor der Wahl im Landkreis dagegen nur wenige geben. Am 17. Februar und am 4. März kommt SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel nach Hofgeismar beziehungsweise nach Vellmar, am 26. Februar ist die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zu Gast in Baunatal.

www.spd-kassel-land.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.