Energiewende

Niestetaler Genossenschaft nimmt Fahrt auf

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Windkraft ist auch in Niestetal auf dem Vormarsch: Türme, die 140 Meter und höher in den Himmel ragen, werden auch bald an Nieste und Losse das Landschaftsbild verändern. Die ersten Windparks sollen schon dieses Jahr fertiggestellt werden.

Niestetal. Die erst vor gut vier Wochen gegründete Niestetaler Energiegenossenschaft „DEiN“ (Deine Energie in Niestetal) nimmt fulminant Fahrt auf:

Nach einem Informationsabend der Gesellschaft im Niestetaler Rathaus schrieben sich jetzt 32 neue Mitglieder in die Genossenschaftsliste ein und zeichneten 328 Anteile à 250 Euro.

Mit den bereits bei der Gründung gezeichneten 98 Anteilen kann „DEiN“ somit bereits über einen Kapitalstock von 124.000 Euro verfügen. Schon diesen Sommer startet das erste Projekt, eine Fotovoltaikanlage auf dem Flachdach der im Bau befindlichen Kita im Neubaugebiet „Am Eichberg“.

Jürgen Drewitz

Rund 150 Besucher informierten sich im Rathaus über die Pläne der Genossenschaft und die Möglichkeit, sich als Bürger am regionalen Umbau der Versorgung mit erneuerbaren Energien finanziell zu beteiligen und darüber mit zu bestimmen.

„Wir sind von der Resonanz überwältigt“, sagte Dr. Jürgen Drewitz, Vorstandsmitglied der Niestetaler Genossenschaft. „Wir liegen weit vor Kassel, was das Interesse an regionaler Energieversorgung angeht“, sagte Co-Vorstand Werner Steinke.

Die Genossenschaft will bereits dieses Jahr in erneuerbare Energien investieren und mit deren Erzeugung Einnahmen erzielen. Auf dem Flachdach der Kita Am Eichberg wolle man eine Fotovoltaikanlage mit einer Leistung zwischen 40 und 58 kWp errichten, mit der die Großküche in der Kita mit Strom versorgt werden könne, kündigte Steinke an. Die Stromvergütung bei Eigenverbrauch sei „sehr lukrativ“. Die Anleger dürften eine Rendite jenseits der Vier-Prozent-Marke erwarten. „Es wird deutlich mehr sein, als Sie mit dem Sparbuch oder einem Festgeldkonto bekommen“, sagte der Vorstand.

Werner Steinke

Allein das Kita-Projekt hätte – bei geschätzten Kosten von 1300 Euro pro Kilowatt Leistung – ein Investitionsvolumen von mindestens 50.000 Euro. Diese Woche verhandeln Steinke und Drewitz mit der Gemeinde Niestetal, Technikern und Architekten über die Modalitäten des Projekts. Spätestens im August müsse die Anlage aufs Dach. Erste Angebote habe man schon eingeholt. Parallel dazu will die Genossenschaft laut Steinke ab nächsten Monat mit dem Internationalen Bildungs- und Sozialwerk über die Errichtung einer FV-Anlage auf dem Seniorenheim verhandeln, die das Sozialwerk im Herbst im Bettenhäuser Feld in Sandershausen bauen will.

Außerdem steht eine Reihe von Beteiligungen auf dem Wunschzettel des Vorstands. Dazu gehören die Freiflächen-Fotovoltaikanlage der Städtischen Werke Kassel am Sandershäuser Berg und diverse Windpark-Projekte, beispielsweise in Niestetal (Schanze), Helsa und im Kaufunger Wald. Auch Projekte für die energetische Sanierung von Häusern werde man in Angriff nehmen. Außerdem komme eine Beteiligung an den Gemeindewerken in Betracht.

Infos: www.dein-niestetal.de

Von Peter Dilling

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