Jahr der Nachhaltigkeit an Grundschulen Simmershausen und Rothwesten beendet

,Genug, für immer, für alle’

Klimafrühstück: Nico, Kevin und Emilia (von links) präsentieren Bioprodukte und regionale Leckereien, die beim Frühstück auf den Tisch kamen.

Fuldatal. Fragt man Grundschulkinder, was das Wort Nachhaltigkeit bedeutet, so werden die meisten mit dem Begriff wahrscheinlich nicht viel anfangen können. Bei der Klasse vier der Grundschule Simmershausen und der jahrgangsübergreifenden Klasse drei/vier der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) Rothwesten ist das anders.

Fragt man diese Schüler, so haben sie einige Erklärungen parat. „Nachhaltigkeit ist, dass man der Natur hilft“, erklärt Nora aus Rothwesten. Und Emilia aus Simmershausen weiß: „Es geht um die Natur und um das Klima“.

Ein Jahr lang haben sich beide Klassen ausgiebig mit dem Thema auseinandergesetzt, im Rahmen des Modellprojektes „Schuljahr der Nachhaltigkeit“, das von Martina Graw, pädagogische Mitarbeiterin des Wassererlebnishauses Fuldatal, koordiniert wurde (siehe Hintergrund). Nun überreichte Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber allen Schülern eine Urkunde für die erfolgreiche Teilnahme.

Ein Jahr haben Heike Wefing-Lude und Susanne Popp-Sobirey, pädagogische Mitarbeiterinnen des Wassererlebnishauses, die Klassen besucht und je 20 Unterrichtsstunden zu verschiedenen Themen der Nachhaltigkeit gegeben, zudem standen Exkursionen auf dem Programm. „Wir haben zum Beispiel über Gerechtigkeit, Klima und Rohstoffe gesprochen“, erklärt Wefing-Lude. Im Zentrum stand dabei immer die Frage, was das jeweilige Thema mit dem eigenen Leben zu tun hat und was jeder selbst tun kann.

Kevin aus Simmershausen erinnert sich, dass sie über CO² gesprochen haben. „Man könnte mehr Bus und Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen. Dann schadet man der Umwelt nicht“, erklärt er. Und Emilia fügt hinzu: „Und wir können Strom sparen. Dann verbrauchen wir nicht so viel aus Kohlekraftwerken.“

Viel Spaß hatten die meisten Kinder beim Thema Fledermäuse. In den Schulgärten haben sie Fledermausbeete angelegt, auf denen heimische Wildblumen gepflanzt wurden. Die Blüten locken Nachtfalter an, die den Fledermäusen als Nahrung dienen.

Ausgewählt für die Teilnahme an dem Projekt wurden die Schulen von Martina Graw. „Wir haben Schulen genommen, die schon mindestens seit zehn Jahren Erfahrung als Umweltschule haben“, erklärte sie.

Für die Grundschule Simmershausen kein Problem, gehört sie doch zu einer der ersten Umweltschulen in Hessen. „Wir haben es dankbar angenommen, neue Impulse zu bekommen. Wir versuchen ja, Nachhaltigkeit zu vermitteln“, erklärte Schulleiter Achim Kessemeier, der auch die GSS leitet.

Laut Klassenlehrerinnen Alexandra Seitz und Anne Koell hat sich die Teilnahme am Projekt auf jeden Fall gelohnt. „Das war eine absolute Bereicherung. Die Kinder werden ja mit Themen wie dem Klimawandel konfrontiert und das kann auch Angst machen“, sagte Seitz. Umso wichtiger sei es, darüber zu reden, was jeder einzelne tun kann. Zusammengefasst hat laut Wefing-Lude am Ende des Jahres eine Aussage gestanden: „Wir brauchen genug, für immer, für alle.“ HINTERGRUND

Von Meike Schilling

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