Baunataler Musikschüler spielten im russischen Sankt Petersburg vor großer Kulisse

Genuss ohne Lampenfieber

Begeistert von ihrer Reise nach Sankt Petersburg: Artur Weth, Simon Barth, Leon Wenzel, Kim Schlüter, Kiara Kubitzek und David Kress (von links) haben viele russische Musikschüler kennengelernt und freuen sich auf deren Gegenbesuch in Baunatal. Foto:  Dilling

Baunatal. „Das war das bisher größte Erlebnis in meinem Leben“, sagt Leon Wenzel. Die Stadt Sankt Petersburg in Russland hat bei dem 13-jährigen Pianisten und fünf weiteren Schülern der Baunataler Musikschule einen tiefen Eindruck hinterlassen.

Eine knappe Woche waren sie im März, begleitet von drei Musiklehrern und drei Vätern, in der Fünf-Millionen-Metropole bei der befreundeten staatlichen Musikschule „Andrej Petrov“ zu Gast. Deren Klavierlehrer Alexander Khazanov war vor zwei Jahren bei den Baunatalern zu Besuch.

Alle schwärmen von Herzlichkeit und Aufmerksamkeit, mit der sie von ihren Gastfamilien aufgenommen wurden. „Die Russen sind sehr, sehr gastfreundlich“, erzählt Kiara Kubitzek (11), die Klavier spielt und mit der Tochter ihrer Gastfamilie gleich ein vierhändiges Stück am Klavier probierte.

Essen und Einladungen

Er habe sogar ein eigenes Zimmer mit Elektro-Piano bekommen, obwohl die Wohnung seiner Gastfamilie relativ klein gewesen sei, berichtet der Klavierschüler Simon Barth. Essen mit russischen Spezialitäten und Einladungen habe es reichlich gegeben, berichten die Musikschüler.

Nach dem Instrumentalunterrichts vormittags in der Musikschule genoss er wie die übrigen Mitglieder der Baunataler Reisegruppe die reiche Kultur der russischen Stadt. „Der Verkehr dort ist unglaublich“, sagt Barth. Artur Weth (18) und David Kress (17), die mit dem Bassisten Kim Schlüter Jazz und Ragtime vor großem Publikum spielten, schwärmen von der großartigen Kulisse aus Prachtbauten und Goldkuppeln an der Newa, die durch Sankt Petersburg fließt. Da würde das Schloss Wilhelmshöhe kaum auffallen, meint Artur, der sich als Einziger der Gruppe fließend Russisch verständigen konnte. Denn er wurde in Russland geboren.

Beeindruckt waren die Baunataler von der Konsequenz, mit der die Russen von Staats wegen schon frühzeitig den musikalischen Nachwuchs fördern. „Das Niveau dort ist sehr hoch“, sagt Leon.

Während eines Konzerts zum 85-jährigen Bestehen der russischen Musikschule zeigten die Baunataler Musiker im berühmten Glinka Capella-Saal von Sankt Petersburg, dass sie auch virtuos spielen können. Vor dem Auftritt vor 800 Zuhörern hätten sie ganz schön Lampenfieber gehabt, erzählen Kiara und Leon. Das sei aber sofort verschwunden, als sie die Bühne betraten. „Von da an habe ich es nur noch genossen“, sagt Leon.

Marcus Schwarz, stellvertretender Musikschulleiter, hofft auf einen Gegenbesuch junger Musiker aus Sankt Petersburg im nächsten Jahr. Die Einladung der Baunataler steht.

Von Peter Dilling

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