Georg Höhmann - ein fast vergessener Maler

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Ein neues Werk: Mit seinem Buch erinnert Bernd Schmidt an Georg Höhmann.

Fuldatal. Es ist eine Initiative gegen das Vergessen. Die Erinnerung an den Maler will Bernd Schmidt vom Freundeskreis historisches Ihringshausen wachhalten.

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Sammler Klaus Lotz über den Maler Georg Höhmann

Nach einer Ausstellung im Fuldataler Rathaus 2003 zum 30. Todestag des Künstlers sei die Idee entstanden, sagt der gelernte Schriftsetzer Schmidt. Eigentlich wollte er nur ein Faltblatt erstellen, jetzt ist ein 135 Seiten dickes Buch daraus geworden.

Von der Idee bis zum gedruckten Werk „Georg Höhmann – Ein Maler aus Ihringshausen“ vergingen siebeneinhalb Jahre. Als Grundlage diente das Bildmaterial von der Ausstellung im Rathaus. Ab 2005 habe er sich an die konkrete Arbeit gemacht, sagt Schmidt und war dabei auch auf die Internetseite www.georg-hoehmann.de gestoßen.

Mutter mit Kind: Das Ölgemälde auf Holz dürfte Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden sein.

Diese betreibt der Essener Klaus Lotz seit jetzt zehn Jahren. Der Lehrer für Mathe und Musik ist kunstinteressiert. Den Schwerpunkt seiner Sammlung bilden Werke von Georg Höhmann, „der kunsthistorisch noch unerforscht ist“, sagt Lotz. Dabei sei das Schaffen des Ihringshäuser Malers herausragend und durchaus mit Picasso vergleichbar. „Ich rede von der Bandbreite der Arbeit.“

Klaus Lotz stellte Bilder aus seiner Sammlung für das Buch zur Verfügung. Schmidt machte sich auf die Suche nach weiteren Werken des Malers. „Ich war überrascht, wie viele Bilder von Höhmann noch in Fuldataler Haushalten zu finden sind.“ Oft traf Schmidt auf die Kragenhöfer Brücke als Motiv. Solche Bilder habe der finanziell oft sehr klamme Maler als Gastgeschenk für eine Einladung zum Essen mitgebracht.

Das Gesammelte an Motiven und Texten stellte Bernd Schmidt zusammen. Der 59-Jährige besitzt nur ein nicht gegenständliches Bild von Höhmann, mit dem er eigentlich nicht viel anfangen könne. Von Kunst habe er sowieso weniger Ahnung, räumt der Hobbyhistoriker ein.

Eine Monotypie: Das Bild „Öl auf Speisekarte“ entstand 1966, die letzten Arbeiten Höhmanns datieren von 1969. Repro: Schmidt/HNA

So half der Essener Experte, die Bilder und Texte in eine chronologische Reihenfolge zu bringen. 95 Prozent der Arbeiten Höhmanns seien undatiert. Daher ließen sich die Bilder nur einordnen, „wenn man sich mit dem Werk auskennt“, sagt Lotz.

Schließlich wurden zwei Bücher als Probedrucke erstellt und überarbeitet. In kleiner Auflage schließlich das Buch im Laserdruck erstellt. Anders wäre es nicht bezahlbar gewesen, sagt Schmidt.

Hintergrund: Das Buch über den Maler

Das Buch „Georg Höhmann – Ein Ihringshäuser Maler“ von Bernd Schmidt und Klaus Lotz für den Feundeskreis historisches Ihringshausen wird mit einer kleiner Ausstellung seiner Werke beim Neujahrsempfang des Handwerker- und Gewerbevereins Fuldatal am Samstag, 15. Januar, ab 16 Uhr, und am Sonntag, 16. Januar, von 11 bis 17 Uhr im FuldaTalerForum vorgestellt. Das Buch ist bei Bernd Schmidt für 75 Euro zu beziehen, Telefon 05 61/81 79 71. (mic)

Biografie

Georg Höhmann wird am 27. Mai 1884 als uneheliches Kind geboren. Nach einer Malerlehre geht er auf Wanderschaft, studiert Kunst in St. Gallen, München und Kassel. Im 1. Weltkrieg wird er schwer verwundet. Er arbeitet ab 1922 in eigenen Ateliers in Kassel, dann Ihringshausen. Dort stirbt er am 11. Mai 1973.

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