Auf gepackten Kartons

Bürgerbüro und Standesamt ziehen aus ungeliebtem Provisorium zurück ins Rathaus

Ohne Schlepperei geht es nicht: Nicole Weniger (von links) und Lydia Nikolaus vom Bürgerbüro haben ihre Büroutensilien im Umzugskarton verstaut. Die Drehstühle (links) warten schon auf den Abtransport ins Rathaus. Fotos: Dilling

Baunatal. Der Umbau des Rathauses geht auf die Zielgerade. Darüber freuen sich wohl die Mitarbeiter des Bürgerbüros und des Standesamts am meisten. Seit Dienstag ziehen sie aus ihrem Ausweichquartier im ehemaligen Schlecker-Markt hinter der Stadthalle zurück in die fertig gewordenen Räume im Rathaus.

Mittwochabend soll alles fertig sein, damit der Betrieb nach zweitägiger Unterbrechung Donnerstag früh im Rathaus weitergehen kann.

Nicole Weniger und Lydia Nikolaus vom Bürgerbüro hatten schon Dienstagmorgen ihre Schreibtische leergeräumt, Tastaturen, Steckerleisten und Büroutensilien in einen Umzugskarton verpackt. Lydia Nikolaus weint dem Provisorium wie ihre Kollegen keine Träne nach. „Das wurde Zeit“, sagte die Rathaus-Mitarbeiterin. Sie freut sich auf die neuen luftigen Räume mit Panoramablick auf den Marktplatz. Fast alles war gestern Mittag schon verpackt. Die hauseigenen EDV-Fachleute stöpselten die Computer und Drucker ab. Nur die Grünpflanzen sollen zuückbleiben. Diese seien schon 17 Jahre alt und verbreiteten bereits einen fauligen Geruch, sagt Nikolaus.

Einige Bürger hätten sich fast schon mitleidig über die schwierigen Arbeitsbedingungen in dem ehemaligen, spartanisch ausgestatteten Drogerie-Verkaufsraum geäußert, berichtet die Mitarbeiterin des Bürgerbüros. Schlechte Luft, Lärm, Kälte und Hitze hatten den Mitarbeitern seit dem Umzug im vergangenen Jahr zugesetzt: Die Lüftungsanlage funktionierte schlecht in dem fensterlosen, schlauchartigen großen Raum, in den nur Licht durch die schmale Glasfront des Eingangsbereichs fällt. Hinzu kommt die schlechte Schalldämmung. „Es ging hier zu wie auf dem Bahnhof“, sagt Nikolaus. Das Konzert aus parallel geführten Kundengesprächen und bimmelnden Telefonen sei manchmal schon nervig gewesen.

Ein paar Meter weiter packen Bernd Kellner und Matthias Büscher vom Standesamt ihre Akten und die zusammengerollten Friedhofspläne ein. Der Standesbeamte Kellner freut sich, Heiratswillige bald in einer feierlicheren Atmosphäre und mit komplett neuem Mobiliar empfangen zu können. Im neuen Trausaal, dem ehemaligen Sitzungszimmer 118, wird es künftig Sektempfänge für die frisch Vermählten geben.

25 Sitzplätze

Mit 25 statt den bisherigen zwölf Sitzplätzen ist Kellner auch auf größere Hochzeitsgesellschaften eingerichtet. Nur der bestellte neue Trau-Tisch fehle noch. „Da warten wir händeringend drauf“, sagt Kellner. Bis dahin werden Paare weiterhin im Hotel Ambassador, im Stadtmuseum Altenritte oder im Standessaal von Schauenburg getraut.

Von Peter Dilling

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