IG Bauen-Agrar-Umwelt Nordhessen würdigte Mitglieder für langjährige Treue

Die Gerechtigkeit im Blick

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Ehrung der IG Bauen-Agrar-Umwelt: Langjährige Mitglieder der Gewerkschaft aus dem Landkreis Kassel mit (von links) Helmut Ruckert, Vorsitzender IG BAU Hessen, Klaus-Dieter Körner (stellvertretender Regionalleiter der IG Bauen-Agrar-Umwelt (3. von links) und Karl-Heinz Lenhof, stellvertretender Bezirksvorsitzender der IG BAU (2. von rechts).

Kreis Kassel. Die Gäste der Jubilarehrung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) füllten die Stadthalle Melsungen. 322 Mitgliedern aus dem Bezirksverband Nordhessen wurden für ihre langjährige Treue zur IG BAU ausgezeichnet.

Helmut Rucker, Vorsitzender der IG Bau Nordhessen, begrüßte 100 Besucher mehr als in den Vorjahren, weil erstmals Mitglieder auch für 40-jährige Zugehörigkeit auszeichnet wurden. Die Jubilare sind Garanten für ein Stück Gerechtigkeit, würdigte Rucker diese Mitglieder. Vieles, was sie erkämpft haben, scheint heute selbstverständlich, sagte er. „Aber Arbeitnehmerrechte stehen schnell unter Beschuss, wenn man sie nicht verteidigt.“

Ursula Vaupel

Dumpinglöhne und die Rentenreformen seien schuld an einer wachsenden Altersarmut. Die von Bundessozialministerin Ursula von der Leyen geplante Zuschussrecht sei nichts anderes als „sozialpolitische Kosmetik“. Lediglich 3000 Versicherte würden davon anfangs pro Rentnerjahrgang profitieren.

In den Genuss kämen am Ende nur die, die im Alter weniger als 850 Euro zur Verfügung hätten, bereits 45 Jahre rentenversichert seien und 35 Jahre private oder betriebliche Altersvorsorge betrieben hätten. Als weitere Baustelle nannte er die Rente mit 67.

Christa Hoepfner

„Kein Bauarbeiter oder Forstwirt hält bis 67 durch“, sagte er. „Zurücklehnen, das ist für uns nicht drin“, schloss sich Festredner Klaus-Dieter Körner an, stellvertretender Regionalleiter der IG Bau. „Rente mit 67 ist nichts anderes als die krasse Rentenkürzung durch die Hintertür“, sagte er. Es sei kein Geheimnis, dass auf dem Bau deutlich mehr Beschäftigte aus gesundheitlichen Gründen früher aus dem Berufsleben ausscheiden als im Durchschnitt aller Berufe. 2010 sei bundesweit jeder vierte Neurentner ein Erwerbsminderungsrenten gewesen - und habe gerade mal 640 Euro pro Monat bekommen.

Mit Ursula Vaupel (Bad Wildungen) und Christa Hoepfner (Edermünde) wurden zwei Mitarbeiterinnen der IG Bau für 40-jährige Betriebszugehörigkeit und 40-jährige Mitgliedschaft geehrt. (zal)

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