Briefmarkenfreunde Baunatal brennen ihre Heimatsammlung auf CDs

Geschichte ganz digital

Farbenprächtige Karten: Klaus-Dieter Riedel zeigt Landschafts- und Städteansichten, die sein Sammlerkollege Ernst Leck ausgestellt hat. Riedel selbst ist auf Gewürz-Marken spezialisiert. Fotos:  Dilling

Baunatal. Wer als Sammler weite Fahrten in Kauf nimmt, um ein vermeintlich gutes Stück zu ergattern, kann mitunter auch mal einen Reinfall erleben. Wenn nämlich die Briefmarke der Begierde doch nicht so gut erhalten ist. Da sei der Computer und das Internet eine Hilfe, sagt Klaus-Dieter Riedel, Kassierer bei den Briefmarkenfreunden Baunatal. Dort könne man heute Briefmarken vorher ansehen.

Die Möglichkeiten der digitalen Welt macht sich der Verein nun zunutze, um ein größeres Publikum zu erreichen: Stefan Dittmar und Günther Pöpperl brennen in monatelanger Arbeit die umfangreiche Heimatsammlung des Vereins mit Ansichten der alten Baunadörfer, des Guntershäuser Viadukts und mit seltenen Poststempeln auf CD. Beim Tauschtag am Sonntag in der Baunataler Stadthalle ging die Premiere allerdings schief. Die Technik versagte, als Vereinsmitglieder die guten Stücke auf der Leinwand zeigen wollten.

Mit der Digitalisierung versuche der Verein auch, jüngere Menschen für das Sammlerhobby zu gewinnen, sagt Riedel. Der Nachwuchs blieb bisher aus. José Ferro ist mit seinen 45 Jahren das jüngste Mitglied im Verein. Seine Tochter Lisa (13) hilft ihm manchmal bei seinem Hobby. 34 Mitglieder hat der Verein noch. Es waren vor langer Zeit einmal 90.

Dabei kann Briefmarkensammeln so spannend sein. Leute wie Riedel finden immer eine Nische. Der frühere Koch bei der Bundeswehr hat seinen Beruf zum Hobby gemacht, wie er sagt. Er sammelt Marken und Ansichtskarten mit Gewürz-Motiven. Die seien extrem selten und stammten häufig aus dem asiatischen Raum. Mehr als vier oder fünf Marken bekomme er pro Tauschtag kaum hinzu, berichtet Riedel.

Die Heimatsammlung der Briefmarkenfreunde richtet sich dagegen nicht nur an eingefleischte Sammler. Viele Heimatvereine und geschichtlich Interessierte hätten schon danach gefragt, sagt Riedel. Drei CDs haben Dittmar und Pöpperl schon fertiggestellt. Karten und Stempel, von Altenritte, Altenbauna, Kirchbauna und Guntershausen, bis zu 130 Jahre alt, sind darauf gespeichert. Hertingshausen sei momentan in Arbeit, sagt Riedel.

Die Daten-CDs können zum Preis von fünf Euro bei den Briefmarkenfreunden erworben werden. (pdi)

Info und Kontakt: Klaus-Dieter Riedel, Tel. 05601/96 11 87, Treffen der Sammler jeden dritten Sonntag im Monat ab 9 Uhr, Vereinshaus am Erlenbach.

Von Peter Dilling

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