Erste märchenhafte Nachtwanderung führte hinauf zur Burgruine Falkenstein

Geschichten im Dunkeln

Tierisch spannend: Puppenspieler Jörg Dreismann ließ einen Igel das Märchen „Hase und Igel“ erzählen, während die Teilnehmer der ersten märchenhaften Nachtwanderung gebannt lauschten.

Schauenburg. Max Schramm aus Hoof hat sich für diesen Abend viel vorgenommen: Quer durch den Naturpark Habichtswald bis hoch zur Burgruine Falkenstein will der Vierjährige mit seinem achtjährigen Bruder Benjamin, seinen Eltern, Freunden und den weiteren Teilnehmern der ersten märchenhaften Nachtwanderung laufen. Selbst laufen - nicht zwischendurch von Mama Steffi oder Papa Kolja getragen werden, so lautet sein erklärtes Ziel.

30-köpfige Wandergruppe

Vor fünf Minuten sind der Knirps und die insgesamt 30-köpfige Wandergruppe an der Grillhütte in Breitenbach aufgebrochen. Ein Reh haben sie auch schon auf einem der Felder entdeckt. Höchste Zeit also für eine Stärkung, denkt sich Max und beißt in sein Brötchen. „Ich liebe Wandern“, sagt er mit leuchtenden Wangen. Und ist sich darin wohl mit den meisten Kindern und Erwachsenen einig, die sich zur „Wanderung auf märchenhaften Spuren“ angemeldet hatten.

Gemeinsam hatten die Gemeinde Schauenburg sowie die touristische Arbeitsgemeinschaft Habichtswald, zu der unter anderem die Stadt Niedenstein und die Gemeinde Bad Emstal gehören, eine besondere Sternwanderung organisiert.

Ausgehend von unterschiedlichen Ausgangspunkten - der Grillhütte in Breitenbach, dem Bergcafé in Sand und dem Landgasthaus „Zum Falkenstein“ in Niedenstein - machten sich die insgesamt rund 100 Wander- beziehungsweise Märchen- und Naturfreunde in drei Gruppen abends auf den Weg zur Ruine, die zwischen den Orten auf dem Falkenstein liegt.

Begleitet wurden die Familien von Jörg Dreismann (Gruppe Schauenburg), Kirsten Stein (Bad Emstal) und Erich Sommer (Niedenstein), die ihnen an verschiedenen Stationen Märchen erzählten. An der Burgruine angekommen, wurden die Nachtwanderer mit einem weiteren Märchen, Musik von Elisa Fischer und Würstchen begrüßt, bevor sie den Rückweg antraten, den ihnen dieses Mal Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren aus den drei Orten beleuchteten. „Wir freuen uns, dass wir hiermit vor allem Familien etwas Schönes anbieten können. Eine Nachtwanderung ist immer reizvoll, und auch Märchen haben ihren Reiz. Wir bringen beides zusammen und die Menschen noch dazu in die Natur“, sagte Jörg Dreismann, der für die Gemeinde Schauenburg für die Bereiche Tourismus, Kultur und Jugend zuständig ist.

Die Nachfrage nach den Teilnehmerkarten im Vorfeld sei groß gewesen, so Dreismann, der zudem als Künstler des Tic-Tac-Theaters in Elmshagen bekannt ist.

Mit seinem Bauchladentheater, in dem Jörg Dreismann die Märchen „Hänsel und Gretel“ sowie „Hase und Igel“ mitten im Wald präsentierte, begeisterte der Puppenspieler nicht nur Max und seine Freunde, die ihm und seinen Figuren mit wachen Augen gespannt lauschten, sondern auch die Erwachsenen, die er im Dunkeln zum Schmunzeln brachte.

Von Sarah Rogge-Richter

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