Schnuddelgruppe des Vellmarer Aktionsbüros veranstaltete vergnüglichen Abend auf Platt und Hochdeutsch

Gespenster spuken am Plumpsklo

In Aktion: Jutta Zehentmaier (Mitte) amüsierte mit ihren Mundartgeschichten neben Evi Guder (links) und Karl-Heinz Gauler auch die Gäste des Schnuddelabends im Vellmarer Hof. Fotos: Wienecke

Vellmar. „Ich kann kein Platt, ich komme aus Westfalen“, verrät Evi Guder vom Aktionsbüro Vellmar zu Beginn des Abends. Dass sie es inzwischen gut versteht, war jedoch offensichtlich: Sie amüsierte sich prächtig und lachte über die Geschichten von Jutta Zehentmaier beinahe Tränen.

Ergänzend zu den monatlichen Treffen im Vellmarer Rathaus hatte die Mundartgruppe des Aktionsbüros Vellmar um Jutta Zehentmaier in den Vellmarer Hof nach Niedervellmar eingeladen. Rund 40 Gäste im Alter von 52 bis 94 Jahren verbrachten dort einen vergnüglichen Abend, zu dem sie auch eigene Erlebnisse und Anekdoten beitrugen.

Karl-Heinz Schmidt las seine Geschichte vom Jauchefass vor, die er auf Platt und auf Hochdeutsch verfasst hat. Sein Wunsch, als Junge den tropfenden Hahn des Fasses ordentlich zuzudrehen, führte zum Gegenteil und ließ ihn im Anschluss den Ort des Geschehens für einige Zeit meiden.

Karl-Heinz Gauler trug eine kleine Gespenstergeschichte vor. Den Toilettengang zum Plumpsklo nutzten die Kinder der Nachbarschaft fürs Spuken in ihren Nachthemdchen über den Friedhof in der Nähe.

Mundart-Gedicht

Ursel Bormann hatte ein Mundart-Gedicht ihres inzwischen verstorbenen Vaters Karl Jordan mitgebracht, in dem er sich von den zwölf ehemaligen Kneipen zum Meerschweinchenzuchtverein und zum Ahnepark vorarbeitete.

Wolfgang Petersen nahm darauf Bezug, dass Vellmar bereits länger besteht als Kassel. Ganz freundschaftlich hätten die Vellmarer nun den Kasselern den Hessentag überlassen, witzelte er. Seine Schwester Ellen Pasinski hat Gedichte jeweils auf Platt und auf Hochdeutsch für Kinder verfasst.

Edith König bekam in der Grundschule in Deutsch keine gute Note, weil sie anfänglich so schrieb, wie sie sprach.

Besonderen Spaß hatten die Gäste an den von Jutta Zehentmaier zusammengetragenen Bezeichnungen für Speisen sowie an den Vellmarer und Kasseler Schimpfwörtern.

Das Gericht Ferkelfieße gehört tatsächlich zum Schwein, die Spatzenköppe sind jedoch grobe Graupen in der gleichnamigen Suppe. Der Klampes und der Dämelack sind derb und begriffsstutzig, eine Schmandbacke ist ein dicker Mensch.

Von Bettina Wienecke

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