Eschenstruth fand vor 35 Jahren die niederländische Partnergemeinde Krimpen aan de Lek

Gesucht wird: Ort am Meer

Erneuerten die Verschwisterung: (von links) Jan van de Vrie (Vorsitzender der Stichting Jumelage Krimpen aan de Lek), Günther Vockenroth, Helsas Bürgermeister Tilo Küthe, Krimpens Bürgermeisterin Beatrix van der Kluit-de Groot, Landrat Uwe Schmidt, Eschenstruths Wehrführer Andreas Schönemann und Lies Hoogendoorn (Krimpener Brandweer). Foto: Kothe

Helsa. Gesucht und gefunden – die Partnerschaft zwischen dem Helsaer Ortsteil Eschenstruth und dem Ortsteil Krimpen aan de Lek der niederländischen Gemeinde Nederlek hatte 1974 nach einer etwas anderen Kontaktanzeige begonnen.

Jetzt erneuerten Vertreter beider Gemeinden die Verschwisterung bei einer Feierstunde in Eschenstruth.

„Partnerschaft ist auch harte Arbeit. Man muss den Motor immer wieder anwerfen und ihn füttern, damit er nicht ausgeht.“

Uwe Schmidt Landrat Kreis Kassel

Seit 1974 gab es 71 Begegnungen zwischen beiden Gemeinden, stellte Günther Vockenroth fest. Zusammen mit Gerhard Klinge leitet er den Partnerschaftsverein. Sie luden zu einer kleinen Zeitreise ein. Fritz Linge war es, der 1974 als Übungsleiter des Musikzugs des TSG Eschenstruth an den Rat der Gemeinden Europas schrieb und nach einem Ort suchte, der zum einen am Meer liegt, zum anderen aber auch über einen Musikzug verfügt. Man wolle sich austauschen und Grenzen überwinden. Zeitgleich suchte die niederländische Gemeinde Krimpen aan de Lek bei Rotterdam eine Partnergemeinde. Es kam zum Schriftwechsel, und wenig später bildeten sich in beiden Gemeinden Kommissionen, die sich gegenseitig besuchten und den Weg für eine Verschwisterung ebneten. Bis die Urkunden unterzeichnet wurden, vergingen noch zwei Jahre, in denen bereits ein reger Austausch erfolgte – vor allem musikalisch.

Zur 850-Jahr-Feier Eschenstruths 1976 schließlich wurden die Partnerschaftsurkunden von Helsas Bürgermeister Ludwig Dann und Krimpens Bürgermeister Arie van Dienst unterzeichnet. 160 Gäste aus Krimpen kamen damals nach Eschenstruth, sie wurden überwiegend in Gastfamilien beherbergt.

Für Landrat Uwe Schmidt (SPD), der selbst lange Zeit als Helsaer Bürgermeister die Verschwisterung begleitete, lebt der europäische Gedanke in dieser Verbindung: „Die Begegnung unter Menschen ist von großer Bedeutung und prägt eine Partnerschaft.“ Viele Freundschaften seien in den vergangenen 35 Jahren entstanden, und auch heute sei dies noch so.

Mittlerweile hat die Feuerwehr eine wichtige Rolle beim Austausch eingenommen, so übten am Wochenende Blauröcke aus Krimpen und Eschenstruth zusammen Maßnahmen zum Retten und Löschen.

Auch die Jugendfeuerwehren tauschten sich aus. „Ich kannte keinen von euch, aber als wir an der Landesfeuerwehrschule waren und ihr die roten Autos gesehen habt, da gab es keine Berührungsängste mehr. Die gemeinsame Sache verbindet“, sagte Gemeindebrandinspektor Timo Schröder zu den Niederländern.

Helsas Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) sieht darin den Beweis, dass Völkerverständigung trotz schwieriger Vergangenheit möglich ist.

Doch Landrat Schmidt weist auch auf die Anstrengungen hin: „Partnerschaft ist auch harte Arbeit. Man muss den Motor immer wieder anwerfen und ihn füttern, damit er nicht ausgeht.“ Krimpens Bürgermeisterin Beatrix van der Kluit-de Groot: „Für uns ist Helsa eine Einheit in der Vielfalt.“

Beide Dörfer seien heute Teil von Großgemeinden, und dennoch habe jedes seine Eigenheiten behalten. Sie kämen immer wieder gern nach Nordhessen. (zko)

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