Trainingszentrum der Polizei: Zweiter Teil soll Ende 2013 fertig sein – Innenminister Boris Rhein zu Gast

SEK demonstrierte sein Können im Trainingszentrum Baunatal

Baunatal. Geiselnahmen, Hausdurchsuchungen, Personenschutz - die Aufgaben von Spezialeinsatzkommandos (SEK) sind vielfältig. In Baunatal wurde im April ein neues Schießzentrum eingeweiht, in dem die Beamten genau diese Dinge trainieren können. 

Spätestens im Herbst 2013 wird Hessens Innenminister Boris Rhein wohl wieder ins Trainingszentrum der Polizei in Baunatal-Rengershausen kommen müssen. Dann soll auch der zweite Teil der Übungsbereiche fertig sein.

Neben dem Schießtrainingszentrum für 9,5 Millionen Euro, das sich Rhein am Mittwoch anschaute, wird es künftig auch Räume für Selbstverteidigung geben. Sie entstehen neben Büros in einem weiteren Komplex nebenan, der 18 Millionen Euro kosten soll. Noch wird der Rohbau hochgezogen.

Drei Schießanlagen und eine Trainingshalle im ersten Gebäude, das mit seinen Klinkersteinen nach außen wie eine Trutzburg wirkt, sind seit Mitte April in Betrieb. Herzstück ist eine 180-Grad-Anlage, in der Einsätze in drei Richtungen – beispielsweise in Wohnungen – simuliert werden können. Nur in diesem Bereich wird scharf geschossen. Die Übungen werden aufgezeichnet, um sie mittels eines großen Monitors in einem Schulungsraum auszuwerten. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) demonstrierte Rhein und vielen Medienvertretern, wie ein Einsatz ablaufen kann.

Video: SEK übte im neuen Schießzentrum

Der Innenminister, oberster Dienstherr der hessischen Polizei, spendete Lob, fragte immer wieder nach Details. Kassels Polizeipräsident Eckhard Sauer und Polizeihauptkommissar Michael Kröger als Baubeauftragter für den Komplex erläuterten die Trainingsmöglichkeiten und Sicherheitsvorkehrungen. Da ging es um MP5-Maschinenpistolen in Übungsversion, um 20 Kilo schwere Schutzwesten oder die Rautenformation, in der ein maskiertes Einsatzquartett den Zugriff auf einen bewaffneten Täter demonstrierte.

Der erste Teil des Rengershäuser Trainingszentrums war in zwei Jahren Bauzeit entstanden. 1600 Beamte des Polizeipräsidiums Nordhessen sollen ausgebildet und auf unvorhergesehene Situationen vorbereitet werden. „Einen Quantensprung“ nennt Bernd Lindenborn, Leiter der Kriminalinspektion Spezialeinheiten, die Übungs- und Analysemöglichkeiten. Ein vergleichbares Trainingsareal gebe es bundesweit nur noch in Calw (Baden-Württemberg).

Von Ingrid Jünemann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.