Zurückhaltung gerade bei kleineren Betrieben

Zukunft des Vellmarer Frühjahrsmarktes ist ungewiss

Erst einmal Vergangenheit: Kfz-Zubehör - wie hier 2008 am Stand des Veranstalters Thomas Dippel - war immer ein Schwerpunkt des Frühjahrsmarktes. Archivfotos: nh

Vellmar. Die Automobilausstellung in Baunatal ging kürzlich wieder einmal mit Erfolg über die Bühne. In Vellmar dagegen herrscht Funkstille, seit der Frühjahrsmarkt, der seinen Schwerpunkt auch auf die Auto-Neuheiten und den Kfz-Bereich gelegt hatte, im Februar 2009 abgesagt wurde und seitdem nicht mehr stattgefunden hat.

Auch die Themen Heiztechnik, Dacheindeckung und Stromerzeugung gehörten damals unter anderem zur Palette der diversen Aussteller.

Aber zurzeit sieht es nicht danach aus, als ob die frühere Vellmarer Traditionsveranstaltung, die mehr als 26 Jahre lang jährlich zwischen 10 000 und 15 000 Besucher in die Zelte auf dem Festplatz lockte, wiederbelebt werden könnte. „Sie ist nicht ganz tot, aber wir haben das Problem, dass die Betriebe zurückhaltender geworden sind“, sagte Thomas Dippel, Organisator und Motor des Frühjahrsmarktes, der als Vellmarer Gewerbeausstellung galt.

Anlass, den Frühjahrsmarkt 2009 abzusagen, war die Tatsache, dass damals von den einmal 52 Betrieben etwa ein Dutzend abgesagt hatte. Denn gerade für die kleineren inhabergeführten Firmen bedeutete der Frühjahrsmarkt zunehmend auch eine personelle und finanzielle Belastung.

„Der Branchenmix stimmte nicht mehr“, begründete Dippel damals die Absage. 2010 sollte der Markt daher im Zwei-Jahres-Rhythmus mit neuem Konzept starten. Doch daraus wurde bislang nichts. Man müsse sich jetzt „grundsätzlich Gedanken über das neue Vorgehen machen“, sagt Dippel, der sich aber angesichts der Zurückhaltung der Betriebe fragt, „ob ich mir das noch antun muss“. Denn die Organisation koste viel Zeit. „Und die fehlt mir zurzeit.“

Dass „sich die Interessenlage der verschiedenen Firmen gewandelt hat“, räumt auch Volker Schröder, Vorsitzender des Handwerker- und Gewerbevereins (HGV), ein. Viele Betriebe konzentrierten sich verstärkt auf die verkaufsoffenen Sonntage. Gestorben sei der Frühjahrsmarkt deswegen noch nicht - wenn, dann müsse er jedoch „in einer anderen Form wiederbelebt werden“.

Torben Bibbig, Besitzer des gleichnamigen Autohauses, war einer der Aussteller, die regelmäßig mitmachten. Seine Einschätzung der aktuellen Situation: „Das Hauptproblem ist es, jemanden zu finden, der die Muße hat, das Ganze zu organisieren.“ Denn Thomas Dippel sei in der Vergangenheit „ein bisschen alleingelassen worden“. Bibbig hätte sich auch mehr Rückendeckung von der Stadt Vellmar gewünscht. Sinnvoll wäre es, die Gewerbeschau in die wärmere Jahreszeit zu verlegen und die Standgebühren gerade für die kleineren Betriebe „preislich attraktiver zu gestalten“.

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