Projektbeauftragter Manfred Schröder zu einem Museum im alten Feuerwehrhaus

Museum im alten Feuerwehrhaus - „Es gibt keine Alternative“

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Wartet auf neue Nutzung: Über die Zukunft des Feuerwehrhauses in Heckershausen entscheiden die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Donnerstag.

Ahnatal. Wird in dem ehemaligen Gebäude der Feuerwehr in Heckershausen ein Museum eingerichtet? Am kommenden Donnerstag, 8. Dezember, entscheiden die Gemeindevertreter in öffentlicher Sitzung ab 19.30 Uhr im Bürgersaal Weimar.

Werde das Haus aber verkauft, stehe die Geschichtsarbeit in Ahnatal auf dem Spiel, meint Manfred Schröder, Projektbeauftragter für das Museum. Zu dem Haus „gibt es keine Alternative“. Mögliche andere Standorte seien alle verworfen worden.

Er appelliert an die Fraktionen und nicht zuletzt an Bürgermeister Michael Aufenanger, „der auch in Fachkreisen anerkannten 18-jährigen Geschichtsarbeit in Ahnatal eine dauerhafte Heimat zu geben“.

Die Diskussion um Für und Wider zieht sich schon über ein Jahr hin. Mehrfach wurde eine Entscheidung verschoben. Jetzt habe man noch einmal versucht, Überzeugungsarbeit zu leisten - „auf der rein sachlichen Ebene“, sagt Schröder.

Vertreter des Geschichts- und Heimatvereins informierten bei einem interfraktionellen Treffen, an dem auch der Bürgermeister teilnahm, über die geplante Nutzung des Feuerwehrhauses als Museum. In dem sollen nicht nur der Verein und die beiden Geschichtsarbeitskreise Weimar und Heckershausen untergebracht werden. Das historische Feuerwehrfahrzeug des Feuerwehrvereins Heckershausen erhalte dort seine Bleibe wie auch das aufzubauende Gemeindearchiv und das Pressearchiv des Lokalreporters Helmuth Breiter.

Den Kritikern, die das Feuerwehrhaus verkaufen wollen, um Einnahmen für den defizitären Haushalt der Kommune zu erzielen, hält der Geschichts- und Heimatverein eine Gegenrechnung vor. Nach der stehe bei einer Überlassung des Feuerwehrhauses ein finanzielles Plus für die Gemeinde zu Buche (siehe Kosten).

Am Donnerstag müssten die Gemeindevertreter, aber auch der Bürgermeister Farbe bekennen, meint Schröder. Warum stehe Aufenanger nicht mehr zu seinem Wort, werbe nicht in der CDU-Fraktion für das Heimatmuseum? Sei ihm egal, dass die ehrenamtlich Engagierten im Geschichts- und Museumsverein, dessen Gründung er forciert habe, die Arbeit eingestellt haben? Wie auch der Arbeitskreis in Heckershausen? Viele fühlten sich hinters Licht geführt und hätten kein Interesse mehr, unter solchen Bedingungen weiterzumachen, meint Schröder.

Das sagt der Bürgermeister

Das Thema Museum im ehemaligen Feuerwehrhaus in Heckershausen befinde sich jetzt „im Kräftespiel der Fraktionen“, sagt Bürgermeister Michael Aufenanger. Zwar habe der Gemeindevorstand ursprünglich den Entwurf für ein Museum in dem Haus vorgelegt, der sei aber als Diskussionsgrundlage gedacht gewesen. Daher habe man auch im weiteren Verfahren keinen neuen Vorstoß unternommen, betont der Bürgermeister. Jetzt gebe es einen Zwiespalt: Ein Museum sei wünschenswert, auf der anderen Seite stehe die schlechte finanzielle Situation der Gemeinde. „Und die wird nicht besser.“ Bei der Berechnung des Heimatvereins werden Einsparungen durch übernommene Arbeiten aufgelistet, die die Gemeinde gar nicht mache, meint Aufenanger.

Verein: Kosten-Rechnung positiv für Gemeinde

Mit seiner Kosten-Nutzen-Rechnung kommt der Geschichts- und Museumsverein zu dem Ergebnis, dass die Gemeinde mit einer Verpachtung des Feuerwehrhauses an den Verein ein Plus erzielt.

So stehen den Kosten von errechneten 13 350 Euro für zum Beispiel Betrieb und Unterhalt, Abschreibung und Umbaufinanzierung kostensenkende Faktoren im Gegenwert von 14 300 Euro entgegen. Letztere errechnen sich zum Beispiel aus anteiligen Kosten die entfallen für Personal, das andere Aufgaben übernehmen könne, oder für frei werdende Räumen. (mic)

Von Michael Schräer

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