Gift im Grundwasser: Kaufungen soll Losse untersuchen lassen

Wasserprobe: Bereits im Oktober 2013 ließ die KWG das Wasser der Losse durch ein Fachlabor untersuchen. Archivfotos: privat/nh

Die Kaufunger Wählergemeinschaft (KWG) hat die Informationspolitik der Verkehrsbehörde Hessen Mobil und der Landesregierung zur Belastung der Losse mit Giftstoffen aus dem Boden kritisiert.

Die Informationen über die Belastungen durch den A44-Tunnelbau unter dem ehemaligen Munitionswerk Hirschhagen reichten nicht aus. Die Gemeinde Kaufungen müsse daher selbst Wasserproben entnehmen und untersuchen lassen, so die Forderung.

Bereits im Oktober 2013 hatte die KWG an mehreren Stellen das Lossewasser durch ein zertifiziertes Labor untersuchen lassen. Damals habe es keine kritischen Werte gegeben, heißt es in einer Pressemitteilung der KWG. Damit habe man Vergleichswerte, anhand derer man eine Veränderung der Wasserqualität beurteilen könne.

Die KWG hatte bereits vor einigen Monaten einen Antrag gestellt, die Gemeinde solle regelmäßige Proben des Lossewassers nehmen und auswerten lassen. Über den Antrag wurde aber bisher nicht entschieden, weil die Mehrheit der Meinung war, man könne diese Werte auch von anderen Stellen erhalten. Das sei aber nicht gelungen, kritisiert die KWG. Sie hofft nun, dass der Antrag angesichts der neuen Situation nun doch eine Mehrheit findet. Falls nicht, werde die KWG das Labor erneut mit der Untersuchung des Lossewassers beauftragen. Es müsse „in jedem Fall verhindert werden, dass die Menschen im Lossetal solchen Gefahren ausgesetzt sind“, schreibt Klaus Höfgen in seiner Mitteilung.

Die giftigen Stoffe hätten sich im Boden bisher still verhalten, weil sie an Schichtgrenzen im Erdreich aufgehalten wurden, so Höfgen weiter. Mit dem Bau des Tunnels Hirschhagen würden diese aber durchbrochen, so dass die Giftstoffe an der Außenhaut des Tunnels abfließen und ins Grundwasser oder die Losse gelangen könnten. Wie lange dieser Prozess dauere, wisse niemand, so Höfgen. Daher seien auch künftig Wasserproben nötig, um die Bevölkerung zu schützen.

Vertreter von Hessen Mobil hatten bei einem Baustellenbesuch der HNA jüngst eine andere Meinung hierzu vertreten. Man habe beim Bau des Tunnels extra quer liegende Betonsperren in den Boden eingebaut, um eine Drainagewirkung zu verhindern und einen unterirdischen Schmutzfracht-Fluss zu unterbinden, sagte Hessen-Mobil-Sprecher Reinhold Rehbein Ende Juni.

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