Gisela Werler aus Hamburg: Erste Bankräuberin handelte aus Liebe

Vor Prozessbeginn: Die Angeklagte Gisela Werler am 27. Dezember 1968 im Gespräch mit ihrem Anwalt Heinrich Happ. Foto: dpa

Die erste Bankräuberin Deutschlands war die Hamburgerin Gisela Werler († November 2003). Sie wuchs als älteste von drei Töchtern eines Bauschlossers in Altona in ärmlichen Verhältnissen auf.

Ihre kriminelle Laufbahn begann 1964. Werlers Bekannter Hugo Warncke wollte damals ihren Kleiderschrank in der elterlichen Wohnung als Beuteversteck nutzen. Gisela willigte ein. Warncke hatte zusammen mit Hermann Wittorf alias Peter Werler eine Bank ausgeraubt. Gisela Werler verliebte sich in den verheirateten Taxiunternehmer Wittorf und wurde seine Geliebte und Komplizin.

Insgesamt verübte Werler zusammen mit Wittorf 19 Banküberfälle in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Dabei erbeutete das Duo rund 400.000 DM (rund 204.500 Euro). Bei einem Überfall auf eine Bank im schleswig-holsteinischen Bad Segeberg am 15. Dezember 1967 konnte die Polizei die Verbrecher schließlich festnehmen. Vor Gericht sagte Werler aus, sie habe aus Liebe gehandelt.

Damals bezweifelten sogar Wissenschaftler, dass Frauen aus eigenem Antrieb kriminelle Handlungen wie einen Bankraub begehen könnten. Daher fiel Werlers Haftstrafe mit neuneinhalb Jahren auch geringer aus als die Wittorfs, der zu dreizehneinhalb Jahren verurteilt wurde.

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