Vier Angelvereine aus dem Raum Kassel setzten Jungfische aus – Tiere sollen den Bestand sichern

20 000 Glas-Aale erobern die Fulda

Auf kleinstem Raum versammelt: Nur sieben bis acht Zentimeter lang sind die drei Jahre alten Glas-Aale (großes Bild), die jetzt in den Fluss gesetzt wurden. Ab ins Wasser: Auf dem kleinen Bild setzen Dr. Susanne Vietze und Patrick Wüst (Hassia Fuldabrück) die Fische an der Dennhäuser Brücke ins Wasser der Fulda ein. Fotos: Büntig

Fuldabrück / Kassel. Wie kleine Würmer sehen sie aus, man mag nicht glauben, dass die sieben bis acht Zentimeter langen, fast durchsichtigen Aale bereits drei Jahre alt sind und schon einen weiten Weg hinter sich haben.

Nun ist die Reise für die fast 20 000 Glas-Aale vorerst zu Ende. Von der Zentralen Aalversandstelle des Deutschen Fischereiverbandes in Halstenbek wurden sie an vier Angelvereine im Raum Kassel geliefert. Hassia Fuldabrück, Sportangelverein Chassalla, Kurhessischer Angelverein (beide Kassel) und ASV Wolfershausen übernahmen ein bis zweieinhalb Kilogramm der Jungfische, um sie an unterschiedlichen Stellen in der Fulda auszusetzen.

Billig ist diese Maßnahme zur Arterhaltung für die Vereine nicht: 1 Kilogramm Glas-Aale kostet 525 Euro plus Mehrwertsteuer. Trotzdem investieren die Vereine seit Jahren, um weiterhin Aale in der Fulda zu beheimaten.

Günstigere Alternative

Eine günstigere Alternative sind Farm-Aale, die wesentlich größer ausgesetzt werden – zum Vergleich: ein Kilogramm sind 300 Farm-Aale oder 3000 Glas-Aale. Die gezüchteten Farm-Aale sind allerdings das Leben in freier Natur nicht gewöhnt und deshalb anfälliger als die wild aufgewachsenen Glas-Aale.

„Der Weg vom Meer bis hierher ist den Glas-Aalen verbaut, allein schaffen sie es nicht”, erklärt der Chassalla-Vorsitzende Günter Dannowski.

Er hofft, dass das Aussetzen der Jungaale erfolgreich ist. Die Chancen sind nicht schlecht, wenn die Fische die erste Woche überleben. Die Wasserqualität der Fulda ist gut, sodass die Aale in sechs bis sieben Jahren eine Länge bis zu einem Meter erreichen können. Davor müssen sie sich allerdings sehr gut vor ihren vielfältigen Feinden verstecken; sowohl für andere Fische als auch für Vögel sind sie eine willkommene Mahlzeit. (pbü) HINTERGRUND

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