Noch dieses Jahr soll es Vertrag zwischen Landkreisen geben – Ob Kassel Gesellschafter wird, ist noch offen

Glasfaser-Projekt kommt in Schwung

Kreis Kassel. Das Mammutprojekt einer flächendeckenden Datenautobahn für Nordhessen unter kommunaler Regie zur Versorgung des ländlichen Raums mit schnellen Internetverbindungen kommt in Schwung.

Noch dieses Jahr sollen die beteiligten Landkreise Kassel, Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg, Werra-Meißner und Waldeck-Frankenberg einen Vertrag zur Gründung einer gemeinsamen Infrastrukturgesellschaft unterzeichnen.

Auch die Finanzierung des auf 193 Millionen Euro geschätzten Breitband-Ausbaus soll bis Ende des Jahres stehen. 2014 könnte dann bereits ein Betreiber für das künftige Glasfasernetz gesucht werden. Ob 2014 auch schon die Bagger rollen, steht nach den Worten von Regionalmanager Holger Schach noch nicht fest.

Der vorläufige Fahrplan für das Projekt wurde während eines Besuchs des hessischen Staatssekretärs im Wirtschaftsministerium, Steffen Saebisch (FDP), im Kasseler Regierungspräsidium präsentiert. Offen ist laut dem Regionalmanagement dabei, ob die Stadt Kassel Teilhaber der Gesellschaft wird. Bisher unterstützt die Stadt das Projekt als „assoziierter Partner“ der Landkreise, obwohl sie bereits ein gut ausgebautes Glasfasernetz hat.

Momentan werte man den Bedarf des Marktes nach schnellen Internetverbindungen in der Region aus, sagte Tobias Tippelt von der Bad Hersfelder Firma Broadband Academy, die auch bereits für die Kreise eine Machbarkeitsstudie erstellt hatte. Die Resonanz sei durchweg positiv.

Laut Tippelt werden auch schon Gespräche mit der Wirtschafts- und Infrastrukturbank (WI-Bank) über zinsgünstige Kredite geführt. Bis zu 20 Prozent der 193 Millionen Euro müssen die Kreise als Eigenkapital vorhalten. Die Zinszahlungen für die Kredite sollen aus den Mieteinnahmen für das Glasfasernetz erwirtschaftet werden, das Land stellt eine Bürgschaft. Deren Rahmen werde man auf 250 Millionen aufstocken, sagte der Staatssekretär. „Die positiven Effekte des Glasfasernetzes machen sich sofort bemerkbar“, meinte Saebisch. Das habe sich im Odenwaldkreis erwiesen, wo der Ausbau bereits erfolgt sei.

Nordhessen könne von den Erfahrungen im Odenwald profitieren. Das Breitband-Netz sei ein „Magnet zur Rückholung“ von Unternehmen in den ländlichen Raum, die auf die schnelle Übertragung großer Datenmengen angewiesen seien.

Netcom beteiligt sich

Ein Interessent für das kommunale Netzwerk steht schon fest: Die Netcom, eine 100-prozentige Tochter des Kasseler Versorgungsunternehmens KVV, wird sich an der Ausschreibung beteiligen. Das sagte deren Geschäftsführer Frank Richter gegenüber der HNA. Netcom sei an allen wichtigen Orten der Region vertreten und habe gerade die Lungenfachklinik in Immenhausen mit einem Glasfaseranschluss versorgt. (pdi)

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