Zwei Männer aus Lohfelden und Söhrewald sollen Teil einer bundesweit aktiven Diebesbande gewesen sein

Gleich den ganzen Tresor gestohlen?

Kassel / LOHFELDEN / SÖHREWALD. Die Beute soll üppig gewesen sein. So steht es in der Anklage, die gestern im Kasseler Landgericht verlesen wurde: Schmuck im Gesamtwert von über 150 000 Euro sowie rund 119 000 Euro Bargeld sollen ein 31-jähriger Mann aus Lohfelden und ein 41-jähriger Mann aus Söhrewald bei Einbrüchen in Wohnhäuser erbeutet haben - in Sontra, Leverkusen und im Raum München.

Gemeinsam mit ihnen des Bandendiebstahls angeklagt ist ein 46-jähriger Mann aus Sontra. Er soll an einigen Taten beteiligt gewesen sein und teils die Beute gekauft haben. In einem Fall soll er die beiden anderen auch zum Einbruch angestiftet haben.

Die Anklage legt nahe, dass der Sontraer in vielerlei Hinsicht an passender Stelle saß: Er habe beruflich Gelegenheit gehabt, Edelmetalle einschmelzen zu lassen, ohne damit aufzufallen. Außerdem habe der 46-Jährige nicht nur gewusst, dass das Sontraer Einbruchsopfer große Mengen Schmucks zu Hause aufbewahrte, sondern auch wann dessen ganze Familie wegen einer Hochzeitsfeierlichkeit abwesend sein würde. Der Geschädigte nämlich gehöre zu seiner Fahrgemeinschaft.

Diese Fahrgemeinschaft gebe es noch, ließ der Sontraer das Gericht gestern wissen - es ging um die Frage, ob der Geschädigte zu einem früheren Termin als Zeuge geladen werden könne. Zu den eigentliche Vorwürfen aber schwieg der 46-Jährige erst einmal. Der Söhrewalder und der Lohfeldener räumten gestern ein, am fraglichen Abend im August 2011 in Sontra gewesen zu sein. So viel hatte auch die polizeiliche Auswertung ihrer Handy-Daten schon ergeben. Als Grund ihres Aufenthalts nannten die beiden aber nur einen Grillabend - bei dem 46-Jährigen. Von einem Einbruch in jener Nacht wollen sie erst gehört haben, nachdem sie Wochen später verhaftet worden waren. Auch mit einem Einbruch in Leverkusen, bei dem ein Tresor mit 118 000 Euro erbeutet worden sein soll, wollen der 31- und der 41-Jährige nichts zu tun gehabt haben. In diese Stadt hätten sie sich lediglich begeben, um einen zum Verkauf stehenden Mercedes zu besichtigen, sagten sie aus.

Mit sportlichen Autos hatten die beiden offenbar öfter zu tun. Eine weitere Anklage wirft dem Lohfeldener einen Versicherungsbetrug mit einem vorgetäuschten Unfall an einem Porsche vor. Der Söhrewälder soll Ähnliches mit einem Maserati versucht haben. Diese Taten räumten die beiden ein. Eine von der Verteidigung angeregte Absprache zur Abkürzung des Verfahrens, für das mehr als zehn Verhandlungstage angesetzt sind, kam nicht zustande.

Von Katja Schmidt

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