Schornsteinfegerin in Altenritte Opfer von Dieben

Glücksbringerin im Pech: Leiter geklaut

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Hier geschah es: In dieser Grundstückseinfahrt im Fliederweg in Altenritte hatte Schornsteinfegerin Jennyfer Keil Aluleiter und Kehrhaspel abgelegt. Als sie zurückkehrte, war die Ausrüstung verschwunden.

Baunatal. Eigentlich ist Jennyfer Keil von Berufs wegen Glückbringerin: Seit 2008 ist die 20-Jährige als Schornsteinfegerin unterwegs. Am Mittwoch ereilte sie allerdings das Pech.

Im gutbürgerlichen Fliederweg in Baunatal-Altenritte wurde ihr während der Arbeit ein Teil der Ausrüstung gestohlen. Die sonst freundliche und aufgeschlossene junge Frau ist stinksauer. „Ich hätte nie gedacht, dass jemand so etwas macht“, sagte sie.

Tatsächlich gingen der oder die Diebe unglaublich dreist vor. Weil Jennyfer Keil wusste, dass sie in dem nächsten Haus ihre Aluleiter und die Kehrhaspel aus Kunststoff nicht brauchen würde, legte sie diesen Teil der Ausrüstung in der Einfahrt des Grundstücks ab.

Als sie eine Viertelstunde später nach getaner Arbeit zu der Stelle zurückkehrte, waren Aluleiter und Kehrhaspel verschwunden. An einen Streich glaubt die 20-Jährige nicht. „Ich habe hier im Viertel lauter nette Kunden.“ Für wahrscheinlicher hält sie da schon den Verdacht, dass Schrottsammler die Gelegenheit genutzt und die Teile eingesackt haben könnten.

Genährt wird dieser Verdacht nach Angaben von Polizeisprecher Torsten Werner durch die Aussage eines Handwerkers, der am Mittwochmittag in der Nähe des Tatortes arbeitete. Er berichtete der jungen Frau von Schrottsammlern, die an jenem Tag durch die Straßen von Altenritte gefahren seien.

Einer befreundeten Kollegin sei Ähnliches passiert, berichtet die Schornsteinfegerin: Schrottsammler in Wolfhagen hätten Teile ihrer Ausrüstung aufgeladen und seien damit verschwunden.

Jennyfer Keil fragt sich allerdings, was die auf Altmetall scharfen Schrottsammler mit einer Kehrhaspel aus Kunststoff anfangen wollen. Bei der Polizei warnt man vor voreiligen Schlüssen. „Ob hier ein Zusammenhang besteht, ist derzeit nicht bekannt“, betont Hauptkommissar Werner. Bekannt ist dagegen die Höhe des Schadens. Diesen beziffert Keil mit 260 Euro.

Auch wenn der Diebstahl noch nicht aufgeklärt ist: Jennyfer Keil hat aus dem Vorfall Konsequenzen gezogen. Ihrem Chef, Schornsteinfegermeister Michael Maurer aus Niederzwehren, hat sie versprochen, nicht benötigte Ausrüstung künftig im verschlossenen Auto zu deponieren.

Hinweise an die Polizei unter Telefon 0561/9100.

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