Brennerfest der Ziegelei mit Einweihung des Töpferofens und historischem Feldbrand

Glut mit Steinen zugemauert

Handwerk und Unterhaltung: Ingolf Stein und Tamara Leszner (hinten) prüfen die Temperatur am zugemauerten Töpferofen mit den Händen. Die Brüder Robin und Maximilian Röske sind mit ihrer Oma Almut Weingart (Bildmitte, von links) zum Brennerfest in die Oberkaufunger Ziegelei gekommen. Fotos:  Wienecke

Kaufungen. Gemeinsam mit ihren Enkeln Robin und Maximilian Röske und mit einer Bratpfanne im Gepäck ist Almut Weingart zum Brennerfest in die Ziegelei nach Oberkaufungen gekommen. John Philipp Leszner ist das Garen der Rühreier im Topf hoch oben auf dem Feldbrand wie erwartet gut gelungen.

Robin und Maximilian haben sich jedoch dazu entschieden, Spiegeleier zu braten. „Hier auf dem Grill auf dem offenen Feuer geht das ja auch gut“, sagt Almut Weingart, während die Jungen zum Fußballspielen verschwinden.

„Wir wollten anlässlich der 1000-Jahr-Feier in Kaufungen etwas ganz Besonderes in der Ziegelei veranstalten“, sagt Tamara Leszner vom Hessischen Ziegeleimuseum. Für den Feldbrand, einen Meiler nach römischen Vorbild, wurden 2400 Ziegelsteine im hinteren Hof der Ziegelei aufgeschichtet. Dazu gehörten auch 350 Lehmsteine, die Besucher des Stehenden Festzuges in Oberkaufungen kürzlich geformt und mit Mustern versehen hatten. Der Lehmbauer John Philipp Leszner und sein Vater, Lehmbaumeister Ingolf Stein, hoffen, dass die meisten Steine in Ordnung sind. Bei dem Verfahren aus der Römerzeit reißen immer einige Steine, andere verbrennen.

„An der Konsistenz und am Klang der Steine erkennt man später, ob sie gut sind“, sagt Ingolf Stein. „Beim Brennen steigt am Anfang weißer Rauch auf“, berichtet er. „Die Feuchtigkeit muss bei 100 bis 120 Grad Celsius zunächst aus den Steinen. Für das Brennen wird eine Temperatur von 900 Grad benötigt“, ergänzt Tamara Leszner. „Dann hat das Feuer eine kirschrote Farbe“, erläutert Ingolf Stein. Durch Schächte, die beim Auftürmen der Schichten frei gelassen wurden, wurde 20 Stunden lang mit Holz befeuert.

Robin und sein Bruder Maximilian, der Maxi genannt wird, sind inzwischen vom Fußballspielen zurück und begutachten den Töpferofen, den die Ziegelei erstmals in Betrieb nahm. Töpferarbeiten von Kindern und Tiegel aus Großalmerode wurden darin gebrannt. Damit der Brennvorgang optimal läuft, wird der Ofen auch künftig jedes Mal mit Steinen zugemauert, die wiederverwendet werden können.

An den Abenden des dreitägigen Brennerfestes gab es Erzählungen vom Geschichtenschmied und Gitarrenmusik mit Guido Wotzka, Vincent Steinbrink und Anna Heiß.

Von Bettina Wienecke

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