Arbeit auf Kreuzfahrtschiffen und im Kasseler Henschel-Kasino

Edmund Stehle gewann einst Gold bei Koch-Olympiade

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Auszeichnungen: Jede Menge Pokale hat Edmund Stehle während seiner langjährigen Tätigkeit als Koch erhalten. Mit dabei sind auch zwei Goldmedaillen, die er bei Weltmeisterschaft in Osaka und der Koch-Olympiade in Frankfurt gewann.

Vellmar. Kreuzfahrten erleben einen Boom, beliebt waren sie aber zu allen Zeiten. Einer, der bereits vor vielen Jahren mit Traumschiffen die Weltmeere befuhr, ist Edmund Stehle aus Vellmar, der am morgigen Samstag 75 Jahre alt wird.

Stehle war allerdings nicht als Passagier an Bord der Luxusliner, sondern sorgte auf den schwimmenden Urlaubsinseln als Koch für das leibliche Wohl der Reisenden.

„Als gebürtiger Schwabe habe ich in Esslingen am Neckar eine Lehre als Koch absolviert“, erzählt Edmund Stehle. Danach trat der junge Koch seine erste Stelle in Bad Wildungen in einem Badehotel an. Diese Tätigkeit nutzte ihm sozusagen als Sprungbrett, in die internationale Gastronomie. In zahlreichen renommierten Hotels in Deutschland und der Schweiz sammelte er Erfahrung.

Es war wohl die Abenteuerlust, die den jungen Koch dazu brachte, in den Winterhalbjahren auf großen Passagierschiffen anzuheuern, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. „So bin ich in der ganzen Welt herumgekommen und habe bis auf Südamerika alle Erdteile kennen gelernt“, beschreibt Stehle seine Lebensgeschichte.

Auf deutschen, italienischen und griechischen Schiffen habe er zunächst als 1. Koch und später als Oberkoch gearbeitet. Es seien alles große Schiffe mit wohlklingenden Namen gewesen. So zum Beispiel die griechische Arcadia, die rund 1000 Passagiere der ersten Klasse an Bord hatte, und die Stehle mit seiner Küchenmannschaft zu bewirten hatte.

Erinnerung: Mit sehr viel Einsatz und Leidenschaft arbeitete Edmund Stehle in der Henschel-Küche und machte 1977 aus der schlichten Kantine ein Gästekasino.

Als seine Zeit als Schiffskoch zu Ende ging, übernahm er 1964 die Betriebskantine von Thyssen-Henschel in Kassel, aus der er ein Gästekasino machte. Als Küchenchef und Leiter der Betriebskantine sorgte er für ein gehobenes Gastronomie-Angebot in dem Traditionsunternehmen, das auch verschiedene Verteidigungsminister anlässlich ihrer Besuche zu schätzen wussten.

Als dann 1995 die Ära Henschel ein Ende fand, ging auch Edmund Stehle in den Ruhestand. Und weil er vom Kochtopf nicht wegkam, half er noch elf Jahre im Restaurant Pfeffermühle bei besonderen Anlässen aus.

Erfolg bei Weltmeisterschaft

Der leidenschaftliche Koch, der von 1975 bis 1977 der deutschen Köche-Nationalmannschaft angehörte, gewann 1980 bei der Koch-Olympiade in Frankfurt eine Goldmedaille. 1983 wiederholte er diesen Erfolg bei der Weltmeisterschaft in Osaka/Japan, wo er seine Koch-Karriere mit einer weiteren Goldmedaille krönte. Heute steht der sympathische Koch nur noch für seine Ehefrau am Herd. Eine Ausnahme macht er allerdings: heute, an seinem 75. Geburtstag, zur Feier im Familienkreis.

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