Die Vorbereitung der Predigt gehört zu Routinearbeiten von Pfarrer Johannes Barth

Gottesdienst mit Clown

Schreibtischarbeit: Den Text für seine Predigten schreibt Pfarrer Johannes Barth am Computer. Der bunte Hut hat ihn schon einmal beim Gottesdienst in der Kirche begleitet. Foto: Buth-Parvaresh

Kaufungen. Wenn Pfarrer Johannes Barth zu Beginn einer Woche mit der Vorbereitung der sonntäglichen Predigt und dem Gottesdienst beginnt, geht er oft erst mal eine Runde Laufen. „An der frischen Luft in der Natur habe ich viele gute Ideen und Gedanken, die ich dann zu Hause weiter ausarbeite“, erzählt der sportliche Pfarrer.

Doch auch das Blättern in Fachzeitschriften und die Recherche am Computer gehören zur Vorbereitung der Predigt, die er immer spätestens am Freitag fertig haben will. „Sonst werde ich nervös“, erklärt er. Sechs bis acht Stunden dauert die Vorbereitung für die rund 15-minütige Predigt, die die Gläubigen am Sonntag während des Gottesdienstes in der Kirche zu hören bekommen.

Ganz frei und aus dem Bauch heraus entscheiden, worüber er am Sonntag zu seinen Gemeindemitgliedern sprechen will, kann er aber nicht. Zuvor muss Johannes Barth einen Blick in sein Gesangbuch werfen, in welchem die Bibeltexte der Predigten vorgegeben sind. Unter dem Stichwort „Liturgischer Kalender“ finden sich dort für jeden Sonntag - in sechsjährigem Wechsel - Kapitel aus der Bibel, die Thema des Gottesdienst sein sollen.

Und wie findet er die richtigen Worte, um alle Besucher des Gottesdienstes gleichermaßen zu erreichen? „Das ist nicht einfach“, gibt der Pfarrer zu, „ich versuche mir immer möglichst unterschiedliche Menschen und ihren persönlichen Bezug zum Bibeltext vorzustellen.“ Dadurch ergebe sich oft ein Anknüpfungspunkt, der die biblische Geschichte mit der heutigen Zeit verbindet, fährt er fort, denn nicht mit allen Kapiteln aus der Bibel könne er gleichermaßen gut etwas anfangen. Auch deshalb nimmt er sich manchmal die Freiheit und wählt ein ganz anderes als das für den kommenden Sonntag vorgegebene aus. Aber wichtig sei auch, dass er nicht immer nur seine Lieblingsthemen zum Gottesdienst-Inhalt mache. Er will den Gemeindemitgliedern so viele Aspekte der frohen Botschaft Gottes wie möglich nahe bringen.

Das passiert bei ihm auch gerne mal mithilfe von Gegenständen, die er während des Gottesdienstes zum Einsatz bringt. Einmal stand er mit einem knallbunten Hut vor der Gemeinde, ein anderes Mal hielt er einen Playmobil-Clown in der Hand. „Der war aber schon fast ein bisschen klein“, schmunzelt Johannes Barth. „Aber ich liebe Clowns und die kleine Figur war mir sehr wichtig.“ Für die Goldenen Konfirmanden, welche er vor kurzem in der Kirche gesegnet hat, hatte er eine Baumscheibe dabei. Anhand der Jahresringe hat er einen Bezug zum Leben der Männer und Frauen hergestellt.

Ob eine Predigt am Ende gelungen ist oder nicht, merkt Johannes Barth an der Reaktion der Zuhörer. „Wenn ich gähnende Münder sehe, ist es Zeit zum Ende zu kommen“, sagt er mit einem Lachen. „Und wenn ich nach dem Gottesdienst besonders viele Hände schüttele und mir froh gestimmte Menschen entgegen kommen, dann war’s ein gelungener Sonntagmorgen.“

Von Dagmar Buth-Parvaresh

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