Ein Gotteshaus feiert Geburtstag

Idyllisch im Grünen: Die Kirche wurde im Garten der Familie Schmidt erbaut. Fotos: Kessler (3) / Kühling

Baunatal. Seit 1912 gibt es die evangelische Kirche in Guntershausen. Zu ihrem 100-jährigen Bestehen hat die Gemeinde um Pfarrerin Kerstin Reinold eine Menge geplant.

„An Pfingsten feiern wir zum Beispiel einen Tauferinnerungsgottesdienst mit Pfarrer Wilhelm Laakmann, der 1986 unseren Taufstein eingeweiht hat“, kündigt Reinold an. Der Taufstein und der Altar von Bildhauer Friedrich Pohl aus Kassel sind jedoch nicht die einzigen Neuerungen, welche die kleine Dorfkirche seit ihrer Einweihung am 21. Juli 1912 erfahren hat. „Die Kirche war von innen ursprünglich prächtig bemalt. Unter der Decke waren Sterne, die Gefache waren mit Ranken bemalt“, erzählt die Pfarrerin. Zum 50. Geburtstag wurde die Kirche jedoch grundlegend renoviert und in den hellen Créme- und Weißtönen gestrichen, die heute noch das innere des Gotteshauses prägen. Die runden, bullaugenartigen Fenster mussten größeren, eckigen weichen, die mehr Licht hinein lassen.

Guntershausen: Ein Gotteshaus feiert Geburtstag

Im Jahr 1957 entstand der Kirchsaal mit der Gedenkwand für die Kriegsopfer. „Der Kirchsaal diente von Anfang an der Jugendarbeit der Gemeinde“, erklärt Pfarrerin Reinold. Heute finden die Jugendtreffs im Keller des Anbaus statt, der Saal wird für Veranstaltungen genutzt.

Zentraler Veranstaltungsort

„Die Kirche ist der zentrale Veranstaltungsort hier im Dorf“, fügt sie hinzu. So gebe es hin und wieder auch Konzerte und Tanzveranstaltungen. „Besonders zu erwähnen ist das Guntershäuser Missionsfest. Es hat eine Tradition von 100 Jahren. Alle Vereine und die Feuerwehr helfen bei dem ökumenischen Fest mit.“

Kerstin Reinold

Doch auch das Gotteshaus selbst hat einige Details, die seit seiner Erbauung unverändert geblieben sind. „Wir haben noch die ursprüngliche Altarbibel, die zur Einweihung der Kirche von Kaiserin Auguste Viktoria gestiftet worden ist“, sagt Reinold. Eine weitere Besonderheit ist die Kanzel. „Sie ist ein Zeichen der reformistischen Tradition unserer Kirche, bei der die Verkündigung des Wortes über dem Sakrament steht“, erklärt die Pfarrerin. Das seitliche Portal, durch das man den Kirchgarten betritt, stammt noch von der alten Friedhofskapelle, aus der Zeit, in der die Guntershäuser noch nach Grifte in die Kirche gingen.

Die Kirche in Guntershausen wurde im Garten der Familie Schmidt erbaut, und noch heute sprechen die Guntershäuser von „Schmidts Garten“, wenn sie das Kirchengrundstück meinen.

Von Patrick Kessler

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