Graffiti-Sprüherei kostet Stadt Baunatal Tausende Euro

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Baunatals Pressesprecher Thomas Briefs

Baunatal. Für die einen ist es Kunst, für die anderen Schmiererei. Graffiti im öffentlichen Raum ärgern viele Menschen. So auch in Baunatal. In dem Zugang zur Tiefgarage „An der Stadthalle“ prangte bereits eine Woche, nachdem die Wände dort neu gestrichen wurden, wieder ein Graffito. Und das ist nur eine Sachbeschädigung von vielen.

Weitere 181 Fälle von Beschädigungen im öffentlichen Raum sind allein in Baunatal im vergangenen Jahr bei der Polizei angezeigt worden. Graffiti fließen in diese Zahl mit ein.

Täter meist unbehelligt

Die Täter von Sachbeschädigungen bleiben meist unbehelligt. Die Aufklärungsquote ist mit 22,7 Prozent relativ niedrig. „Oftmals ergeben sich einfach keine Hinweise. Die Straftaten werden häufig mitten in der Nacht begangen, wenn niemand unterwegs ist. Dann ist es schwer, diese Fälle aufzuklären“, erklärte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen, Wolfgang Jungnitsch, auf Anfrage der HNA.

Allerdings seien die angezeigten Sachbeschädigungen in Baunatal 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 13,8 Prozent deutlich zurückgegangen.

Die Kosten, die der Stadt Baunatal durch die Beseitigung der Schäden entstehen, liegen im fünfstelligen Bereich. „Jährlich fallen zwischen 300 und 400 Arbeitsstunden für die Beseitigung von Vandalismus-Schäden an“, sagte Baunatals Pressesprecher Thomas Briefs. Das verursache Personalkosten von rund 15 000 Euro. Hinzu kämen noch die notwendigen Materialkosten.

Ärgerlich: Ein Graffito an der Tiefgarage „An der Stadthalle“ in Baunatal. Foto: Gehrmann/nh

In 2014 hätten in diesem Zusammenhang bereits 290 Arbeitsstunden aufgewendet werden müssen, berichtete Briefs weiter. Darin enthalten seien auch die Kosten für die Entfernung von Graffiti.

In der Regel lasse die Stadt deren Entfernung durch den Baubetriebshof vornehmen. Bei größeren Schäden oder bei Arbeitsengpässen würden Fachfirmen beauftragt.

Graffiti mit sexistischen oder nationalsozialistischen Inhalten würden sofort entfernt, alle weiteren je nach Dringlichkeit, so Briefs. Zudem sei die Stadt bestrebt, Vandalismus schon im Vorfeld zu verhindern. „In Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum und den Streetworkern versuchen wir, Tendenzen und Entwicklungen aufzugreifen und diesen gezielt entgegen zu wirken.“

Aus versicherungsrechtlichen Gründen werde bei jedem Graffito eine polizeiliche Anzeige gegen unbekannt erstattet. So auch im Falle des Schriftzuges im Tiefgaragenzugang. Er soll durch den Baubetriebshof entfernt werden.

Von Nicole Schippers

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