Training auch im Internet

Tamara Wettlaufer und Uwe Asbrand aus Kaufungen sind Skat-Europameister

Strahlende Sieger: Uwe Asbrand und Tamara Wettlaufer freuen sich über ihre EM-Titel. Foto: Laumann

Kaufungen. Wenn Tamara Wettlaufer trainieren will, fährt sie ihren Computer hoch. Wenige Klicks später sitzt sie mit Trainingspartnern aus der ganzen Welt an einem Tisch. Virtuell, sie spielt Skat im Internet. Serie um Serie.

Die 39-jährige Niederkaufungerin spielt gut 15 Stunden die Woche im Netz. Ohne dieses Training wäre ihr jüngster Erfolg wohl nicht möglich gewesen: Wettlaufer ist neue Skat-Einzeleuropameisterin. Sie holte den Titel aus dem Stand – bei ihrer ersten EM. Ihr Teamkollege vom Skatclub Kaufungen, Uwe Asbrand, wurde mit der Nationalmannschaft Europameister beim Turnier im französischen Selestat.

Spielen, spielen, spielen. Das ist für Skatfreunde die beste Vorbereitung auf ein Turnier, sagt Wettlaufer: Bei den Clubabenden und im Internet. „Die Trainingszeiten braucht man, sonst überlegt man ständig. Über das Training kommt ein Automatismus rein“, erklärt Frank Dietrich, Pressesprecher der Deutschen Sektion des Internationalen Skatspielerverbandes ISPA.

Wettlaufer spielt seit 2007 mit Kaufungen in der Bundesliga, 2008 war sie bei der WM in Spanien. Jetzt die EM-Premiere. Bei den Einzel-Wettbewerben spielen die Starter fünf Tage je drei Serien. „Ich bin normal gestartet. Ich hatte keine Ausreißer nach oben oder unten“, sagt Wettlaufer rückblickend. Vom ersten Tag an liegt sie in der Frauenwertung unter den besten fünf. Am zweiten Tag ist sie sich sicher: Es reicht fürs Treppchen. Doch die 39-Jährige will ganz nach oben.

Wettlaufer sammelt Punkt um Punkt und schiebt sich in der Wertung nach vorn. Vor der letzten Serie ist sie Zweite – mit 270 Zählern Rückstand. Jetzt zahlt sich das stundenlange Training aus. Wettlaufer ist konzentriert bis zum Schluss und holt sich mit 16 518 Punkten den EM-Titel der Frauen. In der gemischten Wertung schafft sie es auf Rang 36.

Ein Erfolg, der nicht nur mit einem Pokal versüßt wird: Wettlaufer ist als Europameisterin die nächsten zwei Jahre in der Nationalmannschaft gesetzt.

Über die Bundesliga-Wertung hatte sich Uwe Asbrand für das Nationalteam qualifiziert. In der Einzelwertung läuft es für ihn nicht rund. „Ich hatte schlechte Karten und bin von Anfang an den guten Ergebnissen hinterhergelaufen“, sagt der 37-Jährige. Er wird 111. Der Spieler aus Hessisch Lichtenau konzentriert sich auf die Nationalmannschaft. Dort läuft es umso besser. „Das war keine Überraschung“, sagt Asbrand. Deutschland gilt als Favorit und setzt sich gegen Polen und Spanien durch. „Ich habe die Medaille, die ich auf jeden Fall haben wollte“, stimmt Asbrand der Erfolg mit der Nationalmannschaft versöhnlich.

Von Anke Laumann

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