Abgeordneter kritisiert Netzbetreiber Tennet

Gremmels: Bürger stärker an geplanter Gleichstromtrasse beteiligen

Kreis Kassel. „Irreführende Äußerungen“ zur geplanten Gleichstromtrasse hat der SPD-Landtagsabgeordnete Timon Gremmels (Niestetal) dem Netzbetreiber Tennet vorgeworfen.

In Äußerungen gegenüber der HNA sei der Eindruck erweckt worden, als befinde sich das Projekt der Stromübertragung von der Küste nach Süddeutschland per Gleichstrom im Stadium der Vorüberlegungen. „Dies ist mitnichten der Fall“, sagt Gremmels. Ende des Jahres solle das Projekt bereits in einem Bundesgesetz festgeschrieben werden.

„Wir brauchen den Netzausbau“, meint der Abgeordnete. „Aber wir bekommen die Bevölkerung nur ins Boot, wenn sie frühzeitig und offen beteiligt wird.“ Die Netzbetreiber müssten die zugesagte Bürgerbeteiligung ernst nehmen.

Zurzeit befinde sich der Netzentwicklungsplan, der auch die Gleichstromtrasse enthält, in der ersten Konsultationsphase. „Alle Bürgerinnen und Bürger können sich bis 10. Juli bei den Übertragungsnetzbetreibern einbringen“, sagt der Abgeordnete. Im Internet auf www.netzentwicklungsplan.de besteht die Möglichkeit, Kritik und Bedenken zu äußern.

Aktuell haben bundesweit erst 200 Personen davon Gebrauch gemacht. Ein Grund ist möglicherweise, dass der genaue Trassenverlauf noch nicht bekannt ist. „Der Korridor wird Nordhessen und den Landkreis Kassel tangieren“, sagt Gremmels.

Kritisch äußert er sich auch über die Äußerung des Tennet-Sprechers Markus Lieberknecht, die Gleichstromleitung werde als Freileitung geplant. In ihrer Broschüre zum Netzentwicklungsplan sei zu lesen, dass Gleichstromtrassen „sowohl als Freileitung wie auch abschnittsweise als Erdkabel verlegt werden“. (hog)

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