Umstrittener Boykott

Gremmels: Leuschner-Medaille für Merkel Dank für Bouffiers Wahlerfolg

Timon Gremmels (SPD) über die Leuschner- Medaille für Merkel

Niestetal/Wiesbaden. Der Landtagabgeordnete Timon Gremmels (Niestetal) nimmt als einziger Vertreter der SPD-Fraktion an der umstrittenen Verleihung der Wilhelm-Leuschner-Medaille an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil. HNA-Redakteur Peter Ketteritzsch sprach mit ihm.

Herr Gremmels, warum nehmen für die SPD nur Sie an der Veranstaltung teil? 

Timon Gremmels: Das ist mit der Fraktionsführung abgesprochen, die SPD muss vertreten sein. Das sind wir allein schon Wilhelm Leuschner schuldig. Außerdem koalieren wir in Berlin mit Frau Merkel.

Der Boykott durch die SPD ist genauso umstritten wie die Verleihung an die Kanzlerin. 

Gremmels: Da ich ja teilnehme, kann man von einem Boykott nicht sprechen. Wir wollen zeigen, dass die Wahl Merkels durch Ministerpräsident Bouffier ungeschickt ist und es bei der Auswahl der zu Ehrenden wieder mehr Fingerspitzengefühl braucht. Die Kritik richtet sich also weniger an Merkel als an Bouffier.

Was hat den CDU-Ministerpräsidenten Bouffier wohl bewogen, die CDU-Kanzlerin Merkel auszuzeichnen? 

Gremmels: Vielleicht ist die Medaille als Dank dafür zu verstehen, dass wegen des gemeinsamen Termins von Bundestag- und Landtagswahl im vergangenen Jahr Bouffier praktisch am Rockzipfel von Merkel durchs Ziel gegangen ist.

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