Espenauer Kulturtage: Comedy-Duo Hinz und Kunz zeigte sein Programm „Das Geigen der Lämmer“

Der Griesgram und der Strahlemann

Reservierter Typ: Hinz weist per Hinweisschild auf eine Charaktereigenschaft seines mürrischen Bühnenpartners Kunz hin. Foto: Sommerlade

Espenau. Kenner des Kölner Comedy-Duos Hinz und Kunz wissen es längst: Die Harmonie auf der Bühne währt gewöhnlich nicht lange. Beim zweistündigen Showprogramm „Das Geigen der Lämmer“ im Espenauer Wickehof war es erwartungsgemäß nicht anders.

Gerade noch hatte Strahlemann Hinz (Marcel Wagner) in gewohnt bester Laune dem Kulturtage-Publikum seine Zeit-Totschlag-Maschine nebst einem eingängigen „scudeldiwudeldiwadi“ vorgestellt. Wenige Sekunden später war es dann aber auch schlagartig vorbei mit der guten Laune. Nämlich exakt zu dem Zeitpunkt, als Miesepeter Kunz (Sören Leyers) auftrat. Mit seinem mürrischen Erscheinen auf der Bühne war der Kampf der Gegensätze eröffnet und das Vergnügen der Zuschauer garantiert.

Begeistert war die Zuhörerschaft von den detailverliebt vorgetragenen und aus den unterschiedlichen Charakteren resultierenden Zwistigkeiten sowie den dabei virtuos eingesetzten Streitwerkzeugen in Form von Geige, Gitarre, Schlagzeug oder auch Waschbrett. Und nicht zuletzt vom geist- und gestenreichen musikalischen Schlagabtausch der Künstler, die sich das Leben auf der Bühne gegenseitig unnötig schwer machten.

Warum musste auch Kunz mit „Mandy“ unbedingt den Titel anstimmen, den Hinz aus privaten Gründen eigentlich hatte überspringen wollen? Und warum folgte der quirlige Hinz nicht einfach mal der „Fresse halten“-Aufforderung seines Bühnenpartners? Kein Wunder also, dass bei der ausverkauften Veranstaltung im Wickehof regelrecht die Fetzen flogen.

An den Kragen ging Kunz aber nicht nur seinem aalglatten Partner, sondern auch dem „notorischen Krummsitzer“ in der ersten Reihe, den Vertretern der Stadtsparkasse Grebenstein („Wer sagt eigentlich, dass man den Sponsoren immer in den Arsch kriechen muss?“) sowie zahlreichen Evergreens.

Auf der abendfüllenden Suche nach dem kollektiven Erlebnis und dem ultimativen Groove erklangen mal mehrere Songs gleichzeitig, mal war es mucksmäuschenstill. Beispielsweise als sich der mürrische Kunz mental aus dem Saal verabschiedete und stoisch mehrere Minuten gen Decke starrte. Gut, dass Hinz in dieser Situation die zündende Idee hatte: Dem erstarrten Kunz hing er kurzerhand die Gitarre um und erweckte damit seine Reflexe zum Leben. Sehr zur Freude der Gäste, die das ebenso außergewöhnliche wie komische Musikerlebnis mit lang anhaltendem Applaus belohnten.

Von Martina Sommerlade

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