Märchen der etwas anderen Art - 30 Gäste kamen zur Lesung mit Hans Schwab und Ronka Nickel

Grimmige Geschichten der Grimms

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Schaurige Märchen: Hans Schwab und Ronka Nickel erzählten grimmige Geschichten der Brüder Grimm. Bei den musikalischen Stücken brachten sie sogar eine Säge zum Jammern.

Schauenburg . Dass Grimms Geschichten nicht immer von zauberhaften Prinzessinnen handeln, ist eingefleischten Fans der Märchenbrüder bekannt. Ein großer Anteil sind makabere und horrible Geschichten, die von Tod und Verderben handeln.

Am Samstagabend gewährten Hans Schwab und Ronka Nickel bei der theatralischen Lesung „Grimms grimmige Märchen“ den 30 Gästen in der Märchenwache in Breitenbach mit skurrilen Geschichten einen Einblick in eine dunkle und aberwitzige Märchenwelt. Musikalisch wurden sie dabei von Markus Wessel begleitet.

Die Lesung fand im Rahmen von GRIMM2013 statt, einem Kooperationsprojekt des Landes Hessen, der Stadt Kassel, der nordhessischen Landkreise, des Kultursommers Nordhessen, der Grimmheimat Nordhessen und der Deutschen Märchenstraße.

Die Künstler des Abends machten den Zuschauern auf eindrucksvolle Art und Weise deutlich, dass, wenn das Unglück sie aufsuchen mag, sie sich in die hinterste und dunkelste Ecke verkriechen können. „Es vermag sie trotzdem zu finden“, sagte Hans Schwab mit tiefer Stimme. Die Gäste hörten das traurige Lied von den zwei Königskindern, die am Ende beide das Zeitliche segneten. Sie lauschten gebannt der Geschichte, in der ein Sohn seinem Vater ein Huhn missgönnte, das sich zur Strafe in eine Kröte verwandelte und sich in des Juniors Gesicht verbiss, der fortan mit ihr gemeinsam durch die Welt laufen musste.

Außerdem gab es auch die Geschichte „Das Bürle“ (Bäuerlein), das durch Betrug, Lügen, List und Tücke allen Dorfbewohnern den Tod brachte und so als Alleinerbe zum reichen Mann wurde.

Mechthild Gundelach

Die Zuschauer wurden an diesem Abend ins Gruselkabinett der damaligen Zeit zurückversetzt. So wie Mechthild Gundelach. „Super“, fand die 72-Jährige den makabren Abend. Sie selbst erzählte schon im Rahmen eines Projekts Märchen an ungewöhnlichen Orten, wie zum Beispiel Rapunzel am Turm der Weidelsburg. Horst Siebert (73) verbindet mit Grimms Märchen vor allem seine Kindheit, in der er gerne Geschichten wie Rotkäppchen oder Hänsel und Gretel las. Heute liest er die „schönen“ Märchen seinen Enkeln vor.

Rolf Warncke war total überrascht von der Lesung. „Ich bin begeistert von der Kreativität der Künstler“, sagte der 74-jährige Altenritter. Die grimmigen Märchen habe er bisher noch nicht gekannt, aber sie seien sehr unterhaltsam, betonte er.

Von Tina Hartung

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