Im Osten von Kassel wird das Wandern inzwischen professionell vermarktet

Grimmsteig ist der rote Faden

Für jeden etwas dabei: Die Hinweistafeln am Parkplatz Niester Riesen zeigen die Vielfalt der Wanderwege in der waldreichen Landschaft östlich von Kassel. Foto:  Ketteritzsch

Nieste / Kaufungen. Sage und schreibe 14 Hinweistafeln am Parkplatz Niester Riesen unweit des Sensensteins veranschaulichen, dass sich die waldreiche Landschaft im Osten von Kassel in den vergangenen Jahren endgültig zu einem Dorado für Wanderer entwickelt hat.

Das Angebot ist vielfältig: Es reicht vom kurzen Spazierweg, von dem aus man einen herrlichen Blick auf das Dorf Nieste hat, bis zum Fernwanderweg Herkulesweg, der auf seinen knapp 200 Kilometern zwischen Battenberg und dem Heilbad Heiligenstadt im thüringischen Eichsfeld auch den Kaufunger Wald durchquert.

Hinzu kommen Rundwanderwege wie die 13 Kilometer lange und wegen des spürbaren Höhenunterschieds anspruchsvolle Zollstock-Tour.

Wer sich beim Wandern heimatgeschichtlich bilden will, für den empfehlen sich die Eco-Pfade. Die jüngste unter den informativen Strecken widmet sich archäologischen Zeugnissen rund um den Sensenstein, wo noch die Reste einer mittelalterlichen Burg zu sehen sind.

Eine Besonderheit sind die Tram-Wanderwege: Wanderer aus Kassel fahren mit der Lossetalbahn (Linie 4) zum Beispiel zum Bahnhof nach Helsa. Von dort führt der Weg über elf Kilometer durch den Wald zur Ausflugsgaststätte Königs-Alm bei Nieste. Vom Bahnhof Oberkaufungen geht es mit der Straßenbahn zurück nach Kassel. Dem kleinen Nieste kommt das Verdienst zu, aus normalen Wanderungen dem Zeitgeist entsprechend Events gemacht zu haben. Dort wurde die erste Wanderschule in Deutschland eröffnet. In diesem Jahr nehmen nach Angaben von Mitbegründer Helmut Lippert rund 3000 Männer, Frauen und Kinder die höchst unterschiedlichen Angebote wahr. Diese reichen von der geführten Tageswanderung bis zum Überlebenstraining im Gläsnertal. Ähnlich vielfältig ist das Programm des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald.

Die Wanderschule ist die Keimzelle für die professionelle Vermarktung der Wanderregion, die durch den Grimmsteig ein verbindendes Element erhalten hat. Der 82 Kilometer lange Rundweg führt wie ein roter Pfaden durch die Region, und zwar von Nieste nach Kaufungen, weiter durch die Söhre, über den Hohen Meißner nach Wickenrode und durch das Gläsnertal zurück nach Nieste.

Die 2014 gegründete Grimmsteig-Touristik, ein Eigenbetrieb der Gemeinde Nieste, fungiert laut ihres Geschäftsführers Lippert inzwischen als „zentrale Buchungsstelle“ für die Wanderschule, die Königs-Alm, für Planwagenfahrten und Mehrtagestouren auf dem Wanderweg mit Übernachtung in den als Grimmsteig-Herbergen bezeichneten Hotels und Gasthöfen. Zu einem Werbeträger haben sich Grimmsteigtage entwickelt, die alljährlich am letzten Juni-Wochenende stattfinden. Auch 2015 (26. bis 28. Juni) haben Wanderer Gelegenheit, den Fernwanderweg an einem Stück (2049 Höhenmeter) oder zur Hälfte zu bewältigen. Informationen:

www.grimmsteig.de

www.wanderschule-nieste.de

www.naturpark-mkw.de

www.eco-pfade.de

www.koenigsalm.de

Von Peter Ketteritzsch

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