A 44: Tunnelbau bei Küchen lässt Gebäude wackeln – Ursache vermutlich Sprengungen

Große Angst ums Haus

Tunnelbaustelle bei Helsa: Hier graben die Arbeiter den 4,1 Kilometer langen Tunnel Hirschhagen in den Berg. Laut Hessen Mobil wurde auf Helsaer Seite bisher nur vereinzelt gesprengt, da das Gestein relativ weich ist. Foto: Schindler

Hessisch Lichtenau/Helsa. Die Sprengungen an der A-44-Tunnelbaustelle bei Küchen haben schwere Schäden an einem Einfamilienhaus an der Straße am Töpfer im Hessisch Lichtenauer Stadtteil Küchen verursacht. Das teilte Ortsvorsteher Reiner Schaar auf Anfrage mit. Auch an zwei weiteren Häusern sind kleinere Schäden - insbesondere Risse im Keller - entstanden, bestätigt Horst Sinemus von Hessen Mobil.

Grund für die Schäden sind laut Hessen Mobil unterschiedliche geologische Gegebenheiten, deren Ausprägungen trotz der Untersuchungen durch einen Gutachter nicht zu erwarten gewesen sind. „Ein Gebäude, das sich zwischen beiden Tunnelröhren befindet, ist von Setzungsdifferenzen betroffen“, erklärt Sinemus. Das Haus sei offenbar auf unterschiedlichen Gesteins- und Erdschichten gebaut worden. Durch die Setzungsdifferenzen hätten sich bereits vorhandene Risse verstärkt und einzelne neue Risse gebildet. Die Standsicherheit des Gebäudes sei aber nicht gefährdet. Die Entwicklung an der Oberfläche werde durch ständige Messungen überwacht. Auch ein unabhängiger Tunnelsachverständiger begleite die Überwachung. „Um die geologischen Gegebenheiten zu verbessern, haben wir Erkundungsbohrungen und Injektionsbohrungen gemacht sowie eine weitere Zwischensohle eingebaut“, sagt Sinemus. Zudem werde Hessen Mobil die Setzungen weiterhin beobachten, um bei Bedarf schnell reagieren zu können und weitere Schäden zu vermeiden. Vor Beginn der Bauarbeiten hatte Hessen Mobil zu mehreren Infoveranstaltungen eingeladen, um die besorgten Anwohner aufzuklären. Dass seit Oktober vermehrt in Küchen gesprengt werde, sei nicht zu erwarten gewesen: „Im Tunnel Küchen liegen extrem feste Gesteinsschichten vor, die nur per Sprengung gelöst werden können“, erklärte Sinemus abschließend.

An der Baustelle für den Tunnel Hirschhagen wurde auf Helsaer Seite bisher nur vereinzelt gesprengt. Das teilte der Hessen Mobil-Sprecher auf Anfrage mit. Das Gestein könne hier bisher in den beiden Tunnelröhren mit Spezialbaggern unter Tage gelöst werden. Maximal zweimal pro Woche habe man Lockerungssprengungen vornehmen müssen. Die Tunnelarbeiter arbeiten sich in der Tiefe mittlerweile an die B 7 bei Eschenstruth heran.

Von Alia Shuhaiber und Holger Schindler

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