Konzert der Kulturinitiative Foki mit dem Osina-Trio im Ihringshäuser Gotteshaus

Große Klavier-Kunst in kleiner Kirche

Fuldatal Kulturinitiative Foki lud zum Konzert mit dem Osina-Trio von links Nina Osina (Violine), Gang Wang (Cello) und Vera Osina (Klavier) in die ev. Kirche Ihringshausen ein Foto: privat/nh

Fuldatal. Das Osina-Trio in Ihringshausen – das bedeutete: die ganz große Kunst in der kleinen Kirche.

Dass die Programmplaner vom Kulturverein Foki genau richtig lagen, zeigte das Publikum, welches zahlreich erschienen war, was bei den Veranstaltungen nicht immer der Fall ist, so Vereinsvorsitzender Fred Dorn in seiner Begrüßung.

Die Musiker des Osina-Klaviertrios: die Schwestern Vera Osina, Klavier und Nina Osina, Violine sowie Gang Wang, Cello (er ist der Ehemann der Geigerin) haben vorgeführt, was Karriere heißt: Aus dem Stand schafften es die drei in kürzester Zeit, zumindest in musikalischen Kreisen in aller Munde zu sein, indem sie sämtliche alternative Spielstätten in und um Kassel bespielten.

Dabei ist das Arbeitspensum der drei hochqualifizierten Instrumentalisten enorm: Die Konzerte beinhalten ständig wechselndes Programm mit den großen Werken der europäischen Klassik und der russischen Romantik für ihre Triobesetzung.

Am Samstagabend wurde unter dem Titel „Quer durch die Epochen“ ein Programm geboten, das einschließlich der opulenten Zugabe eines Brahms-Satzes dann die Klassik, Romantik und Moderne abdeckte. Sind bei kammermusikalischen Besetzungen die Instrumente meistens gleichberechtigt, so trat beim Mozart-Trio Nr. 4 eindeutig das Klavier in den Vordergrund: Vera Osina mit langen Armen und unglaublich biegsamen Fingern ließ die rasanten Figuren nur so übers Klavier perlen, dass es eine Lust war, zuzuhören.

Geige und Cello hatten dabei teils imitierende, teils begleitende Funktion. Der Kirchenraum und das passable Yamaha-Klavier wirkten dabei so ideal, dass man das Trio fast als ein Konzert für Klavier erleben durfte.

Versinken in Wohlklängen

Um nicht in den Wohlklängen zu versinken, gab es mit dem Trio von Charles Ives einen gewaltigen Kontrast. Hilfreich fürs Hören die Anmerkungen im Programmblatt, dass viele Melodien der amerikanischen Folkmusik verarbeitet sind.

Während irgendwo im kunstvollen Getöse eine Andeutung von Yankeedoodle wahrzunehmen war, wurden kraftvolle rhythmische und klangliche Kontrapunkte dagegengehalten.

Mit Beethovens Trio op. 70 Nr. 2 gab es ein nochmals gesteigertes Beispiel des sensiblen Zusammenspiels dreier Topmusiker, wobei der Kirchenraum das dichte Dabeisein des Publikums und damit ein intensives Miterleben dieses filigranen, dialogischen Musizierens möglich machte.

Frenetischer Beifall und Jubelrufe!

Von Angelika Grosswiele

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