Immobilienmarkt: Gebrauchte Eigenheime im Landkreis Kassel sind insgesamt günstiger als vor zehn Jahren

Große Nachfrage im Speckgürtel

Frank Mause

KREIS Kassel. Der Immobilienmarkt im Landkreis Kassel ist in Bewegung. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Eigentumsübergänge kreisweit auf insgesamt 2673. Das waren im Vergleich zum Vorjahr zehn Prozent mehr. Damit einher ging auch eine Zunahme des Geldumsatzes, der um acht Prozent auf 245 Millionen Euro anschwoll. Das geht aus dem neuen Immobilienmarktbericht für den Landkreis hervor.

Der Immobilienmarkt im Kreis biete für Käufer nach wie vor attraktive Preise, sagt Frank Mause, Vorsitzender des Gutachterausschusses, der den Marktbericht herausgibt. So seien die Preise für gebrauchte Eigenheime seit 2002 insgesamt um rund sieben Prozent zurückgegangen. „Ein gebrauchtes Ein- oder Zweifamilienhaus war im Landkreis im letzten und auch vorletzten Jahr für durchschnittlich 135 000 Euro zu haben“, so Mause, der auch Leiter des Amtes für Bodenmanagement in Korbach ist. Die Preise für Reihenhäuser - durchschnittlich 110 000 Euro - sind gegenüber 2009 etwa gleich geblieben und damit immer noch um etwa 20 Prozent unter dem Niveau von 2002. Auch neuere freistehende Eigenheime ab dem Baujahr 2001 seien günstig zu erwerben. Mause: „Bei einer Grundstücksgröße von knapp 700 Quadratmetern und einer Wohnfläche von 150 Quadratmetern liegt der Marktpreis bei durchschnittlich 207 000 Euro“. Fast die Hälfte der verkauften Eigenheime war allerdings zwischen 30 und 50 Jahre alt. Der am Markt zu erzielende Preis liegt in der Regel je nach Lage 25 bis teilweise 50 Prozent unter dem rein rechnerischen und substanzorientierten Sachwert.

„Es ist also sehr attraktiv, eine gebrauchte Immobilie im Landkreis Kassel zu erwerben“, stellt Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD) fest. Dies gelte besonders für die Kommunen außerhalb des Einzugsbereichs der Stadt Kassel. Die Entwicklung der Immobilienpreise korrespondiere mit der Bevölkerungsentwicklung, sagt Selbert.

Die Wohnbevölkerung gehe seit Jahren stetig zurück und lag 2010 nur noch bei knapp 238 000 Einwohnern. Während die Bevölkerungsverluste im Norden besonders groß sind, können nur einzelne Orte im Umland von Kassel geringe Zuwächse der Bevölkerung verzeichnen. Das spiegelt sich auch auf dem Immobilienmarkt wider.

Je näher man an die Stadt herankommt, desto teurer werden Neubau und Kauf einer gebrauchten Immobilie. Zudem spielt auch die verkehrliche Anbindung eine Rolle: „Überall entlang der Regiotram-Linien beobachten wir eine positive Entwicklung“, sagt Kreispressesprecher Harald Kühlborn.

Bei den unbebauten Flächen ragt die Stadt Wolfhagen 2010 besonders heraus: Mehr als 120 Verkäufe, fast mehr als doppelt so viel wie zum Beispiel in Baunatal.

Demgegenüber werden in Baunatal als einziger Kommune mehr Eigentumswohnungen als bebaute Grundstücke verkauft. Eigentumswohnungen haben einen Anteil von elf Prozent am Gesamtumsatz des Kreises. Größere Bewegungen gibt es noch in Lohfelden und Vellmar. In Vellmar, Kau-fungen, Baunatal und Lohfelden werden besonders viele bebaute Grundstücke verkauft.

Der Marktbericht ist digital als „Teilausgabe Landkreis Kassel“ für 40 Euro und als Farbdruck für 60 Euro (bzw. 100 Euro) beim Fachbereichsleiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, Dieter Musmann, Amt für Bodenmanagement, Dienststelle Hofgeismar, Manteuffel-Anlage 4 zu erhalten. HINTERGRUND / STATISTIK

Von Gerd Henke

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