43 Helfer rückten in Heckershausen aus und verhinderten höheren Schaden an Wohnhaus

Großeinsatz nach Schornsteinbrand

Knifflige Angelegenheit: Zusammen mit Schornsteinfeger Daniel Hodeck reinigten die Feuerwehrleute den brennenden Schornstein. Foto: Kisling

Ahnatal. Ein Schornsteinbrand in einem Mehrfamilienhaus an der Obervellmarschen Straße im Heckershäuser Ortskern hat am Sonntagabend die Einsatzkräfte in Ahnatal in Atem gehalten. Personen wurden nach Angaben der Kasseler Polizei durch das Feuer nicht verletzt, am Gebäude entstand bis auf wenige zerstörte Ziegel kein Schaden.

Gegen 20 Uhr meldete Bewohner Harald Federbusch, dass dichter Rauch aus seinem Schornstein komme. „Meine Tochter hat mich informiert. Ich habe gleich aus dem Fenster geschaut, und es hat mächtig gequalmt“, so Federbusch.

Es dauerte keine sieben Minuten, bis ein Großaufgebot an Ahnataler Hilfskräften eingetroffen war. 43 Einsatzkräfte mit neun Fahrzeugen der Feuerwehren und dem Deutschen Roten Kreuz aus Ahnatal sowie Polizisten, Rettungsassistenten und Schornsteinfeger Daniel Hodeck fanden sich vor Ort ein und verschafften sich einen Überblick über die Situation. Die Bewohner, sechs Erwachsene sowie zwei Kleinkinder, konnten vorerst bei Nachbarn untergebracht werden.

Schornsteinbrände werden in der Regel durch Kohlenstoffablagerungen verursacht, erklärte Gemeindebrandinspektor Michael West. Sobald sich eine Rußschicht von nur einem Zentimeter ringsherum im Schornstein ansammelt, kann es zu Bränden kommen.

Bei dem Brand in Heckershausen entzündete sich der sogenannte Glanzruß und dehnte sich soweit aus, dass der Schornstein zu verstopfen drohte und gefährliche Kohlenmonoxidgase in die Wohnungen gelangen konnten.

Daher wurde mit einem hitzebeständigen Kehrgerät gearbeitet, das den Schornstein soweit offen hielt, dass die entstandenen Gase abziehen konnten. Denn laut Feuerwehr durften die teils deutlich sichtbaren Flammen aus dem Schornstein nicht mit Wasser gelöscht werden. Der dann entstehende Dampf hätte den Schornstein sprengen können. So ließ die Wehr den Brand kontrolliert abbrennen.

Als nach eineinhalb Stunden immer noch Funken sichtbar waren, forderte man die Drehleiter aus Vellmar an. So konnte nach Angaben der Ahnataler Wehr von oben erneut gekehrt und der Schornstein besser kontrolliert werden. Die gelösten Verbrennungsrückstände und Glutnester wurden durch die Reinigungsklappe im Keller des Hauses entfernt. Der Schornstein kühlte schließlich ab, die Gefahr war gebannt. Gegen 22.15 Uhr rückten die ersten Einsatzkräfte ab. Die Bewohner konnten am späten Abend in ihre Wohnungen zurückkehren. (ptk/mic)

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