A-44-Planung: Verkehrsministerium nimmt den Abschnitt Kaufungen-Helsa zurzeit unter die Lupe

A44 bei Kaufungen: Brückenbau wegen hoher Kosten fraglich

Brücke für Wildtiere: Um Tieren die Überquerung von Straßen zu ermöglichen, werden Grünbrücken gebaut. Sie sind breiter als gewöhnliche Brücken und mit den natürlich vorkommenden Pflanzen bestückt. Unser Archivbild zeigt eine Brücke über die A 395 bei Braunschweig. Archivfoto:  Bund/nh

Kaufungen/Helsa. Eigentlich sollte eine Grünbrücke Tieren die Überquerung der Autobahn 44 bei Kaufungen ermöglichen. Doch ob wirklich gebaut wird, ist fraglich geworden. Im Bundesverkehrsministerium hat man offenbar Bedenken wegen der hohen Kosten für das Bauwerk.

Das A-44-Teilstück Kaufungen-Helsa (in Behördendeutsch: Verkehrskosteneinheit, VKE, 11) befindet sich im Planfeststellungsverfahren. Zurzeit werden die detaillierten Planunterlagen vom Ministerium geprüft. Dabei will sich der Bund vor allem die zwischen Kaufungen und Helsa in einem Einschnitt der B 7 vorgesehene Grünbrücke im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit genauer anschauen. Entsprechende Signale habe man erhalten, sagte Ralf Struif von der A-44-Planungsgruppe in Kassel.

Solche Grünbrücken dienen als Straße für Tiere und können mehr als eine Million Euro kosten. Wegen der gesicherten Existenz von Luchsen und Wildkatzen im Kaufunger Wald sei die Brücke aus Sicht der Straßenbehörde Hessen Mobil (Kassel) notwendig. Gebaut werden könnte hier frühestens Ende 2013 oder Anfang 2014.

17 Klagen sind oder waren gegen den Bau der Autobahn 44 zwischen Kaufungen und Wommen anhängig. Dennoch kommt das Land beim Bau des 1,7 Milliarden Euro teuren Infrastrukturprojekts voran.

Nach der Schätzung von Hessen Mobil in Kassel (früher Amt für Straßenwesen, ASV) könnte in Hessisch Lichtenau nächstes Jahr ein weiterer Abschnitt im Anschluss an das bereits fertige Teilstück bei Walburg (VKE 31) für den Verkehr freigegeben werden.

Posch: „Sind auf gutem Weg“

„Wir sind auf gutem Weg“, sagte Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) der HNA. Dennoch wagt keiner derzeit bei Hessen Mobil eine Prognose darüber, wann die A 44 auf ihrer Gesamtlänge von 64 Kilometern befahrbar sein wird. Das ist der aktuelle Stand in den weiteren Abschnitten der A 44:

• Im Abschnitt Helsa-Hessisch Lichtenau (VKE 12) sollen diesen Monat die Arbeiten für den Tunnel Hirschhagen ausgeschrieben werden.

Die Rodungsarbeiten und ein neues Entwässerungssystem für die Autobahn sind schon fertig.

• Auf dem Teilstück der Umfahrung von Hessisch Lichtenau (VKE 20) ist der Schulbergtunnel im Bau. Er soll Ende des Jahres fertig sein. Wenn alles glattgeht, könnte der Abschnitt im Sommer 2013 freigegeben werden.

• Zwischen Hessisch Lichtenau-Ost und Waldkappel (VKE 32) wird die Vergabe der Arbeiten für den Tunnel Küchen von einem Mitbewerber vor dem Oberlandesgericht Frankfurt beklagt. Die Brückenarbeiten sind alle vergeben, sechs Bauwerke bereits fertig. Die Fertigstellung von VKE 32 war ursprünglich für 2015 vorgesehen. • Der Abschnitt zwischen Waldkappel und Sontra (VKE 40.1 und 40.2) wird vom BUND, der die Autobahn ablehnt und für einen Ausbau der vorhandenen Bundesstraße plädiert, beklagt. Mit einem Urteil wird 2013 gerechnet. Die Naturschützer haben jetzt einen ersten Erfolg vor Gericht für sich reklamiert. Das Land Hessen habe eingewilligt, vor einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts mit den eigentlichen Bauarbeiten nicht zu beginnen, so der BUND.

• Für das Teilstück Sontra (VKE 50) wird im Sommer das Planfeststellungsverfahren eingeleitet.

Von Peter Dilling

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