Neuer Supermarkt zur Ortskernbelebung nicht nötig - IGS-Aula kein Ersatz für Veranstaltungssaal im Zentrum

Grüne: Bürgerhaus sanieren

Belebung durch Supermarkt nicht nötig: Die Grünen Jochen Lody, Bärbel Maxisch und Martin Lange (von links) an der Leipziger Straße, der Haupteinkaufsstraße von Oberkaufungen. Foto: Stier

Kaufungen. Als erste Partei in Kaufungen haben die Grünen ihre Position zur Ortskernentwicklung in Oberkaufungen vorgestellt. Danach sollte der Bürgerhaussaal entsprechend der bereits 2004 präsentierten Pläne des Architekten Möller modernisiert werden.

Die Pläne des Büros Amma + Kimpel, die den Bau einer großen Lobby vorsehen, sollten - weil zu teuer - nicht umgesetzt werden. Ein neuer Lebensmittelmarkt sei weder hinter dem Rathaus noch auf dem Riffer-Gelände nötig, erläuterten Jochen Lody, Bärbel Maxisch und Martin Lange. Die energetische Sanierung des Bürgerhaussaales würde etwa 1,9 Millionen Euro kosten, rechnete Lody vor. Dazu stünden Fördermittel von 1,26 Millionen Euro zur Verfügung, die Gemeinde müsste lediglich die Restsumme finanzieren.

Diese Lösung sei nicht nur die kostengünstigste, sondern berücksichtige auch die im Bürgerentscheid von 2007 formulierten Forderungen der Bevölkerung, erklärte Bärbel Maxisch, weil alle Gebäude beim Rathaus erhalten bleiben könnten.

Ein neuer Supermarkt im Zentrum sei nicht nötig, würde erhebliche Verkehrsbelastungen auslösen und den dort heimischen Bäcker- und Fleischereigeschäften existenzielle Probleme bereiten, meinen die Grünen. Zudem bedeute ein neuer Markt das Aus für den Rewe-Markt am Hessenring.

Daher wird auch ein 2000 Quadratmeter großer Edeka-Markt auf dem Riffer-Gelände abgelehnt. Diese Fläche könnte besser für Wohnen, Festplatz und eventuell ein Hotel genutzt werden. Edeka könnte den vorhandenen Standort an der Leipziger Straße erweitern und verbessern, meinte Lody und verwies auf ein jahrealtes Konzept des ANP-Planungsbüros von Michael Bergholter.

Die von Bürgermeister Arnim Roß vorgeschlagene gemeinsame Nutzung der neuen IGS-Aula durch Gesamtschule und Gemeinde birgt für die Grünen viele Probleme. Maxisch: „Eine Schulaula ist kein Ersatz für ein Bürgerhaus.“

Stellung bezogen die Grünen auch zu anderen Fragen der Gemeindeentwicklung: Der Bauhof könne so bleiben, wie er ist. Vor einer Neuordnung sollten Kooperationen mit Nieste und Helsa geprüft werden. Die Riffer-Villa erscheint den Grünen als neues Jugendzentrum ungeeignet.

Verteilt auf mehrere Etagen brächte dies Aufsichtsprobleme mit sich. Ohnehin gebe es mehr Bedarf an aufsuchender Jugendarbeit. Sollte ein neues Jugendzentrum erforderlich sein, müsse dies nahe der Gesamtschule gebaut werden.

Keine Illusionen machen sich die Grünen darüber, ob ihr Minimalkonzept mehrheitsfähig im Parlament wäre. „Damit stehen wir wohl allein“, sagte Lody.

Gleichwohl werde man mit diesem Konzept in den Kommunalwahlkampf gehen. KOMMENTAR

Von Thomas Stier

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