Gudrun Bednarek-Siegfried und Ulli Tribull neue Sprecher – Sechs statt vier Beisitzer im Kreisverband

Ahnatal: Grüne tauschen Führung aus

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Neuer Vorstandssprecher Ulli Tribull aus Fuldabrück.

Ahnatal. Die Grünen im Landkreis haben eine neue Vorstandsspitze. Während der Jahreshauptversammlung in Ahnatal wurden Gudrun Bednarek-Siegfried (53) vom Ortsverband Schauenburg und Ulli Tribull (28) vom Ortsverband Söhre zu neuen Sprechern des Kreisverbandes Kassel-Land gewählt.

Sie treten damit die Nachfolge von Bärbel Maxisch aus Kaufungen und Thomas Ackermann aus Fuldatal an, die sich beide nicht mehr zur Wahl gestellt hatten. Bei den Grünen ist es üblich, Posten paritätisch mit Frauen und Männern zu besetzen, daher auch die beiden gleichberechtigten Sprecherposten.

Grüne

Der Vorstand wird durch Beisitzer ergänzt, die ebenfalls zu gleichen Teilen von Frauen und Männern besetzt sind. Deren Zahl erhöhten die Grünen durch einstimmig beschlossene Satzungsänderung auf sechs (bisher vier). Gewählt wurden Susanne Regier (Vellmar), Heike Schiewe-Fürstenberger (Wolfhagen), Barbara Elsas (Niestetal), Matthias van der Minde (Ahnatal), Rolf Schließmann (Wesertal) und Axel Lecke (Ahnatal). Einzig im Amt bestätigt wurde als Schatzmeisterin Andrea Sauer aus Vellmar.

„Die Wähler haben in den vergangenen Kommunalwahlen den Anteil der grünen Mandatsträger beträchtlich erhöht, sowohl im Kreistag als auch in vielen Lokalparlamenten. Diesen gesteigerten Anforderungen wollen wir mit einem größeren Gremium von jetzt maximal sechs Beisitzern im Kreisvorstand Rechnung tragen“, sagten die neuen Sprecher.

Eine stärkere Vernetzung der Ortsverbände untereinander und einen kontinuierlichen Informationsaustausch zwischen den Parteiebenen versprach Bednarek-Siegfried. Und Amtskollege Tribull sah seine vorrangige Arbeit darin, „den Kreisverband thematisch zu strukturieren, um auf inhaltliche Sachfragen kompetente grüne Antworten geben zu können“.

Nach 25 Jahren im Kreisvorstand und zahlreichen weiteren Mandaten habe sie das Amt der Sprecherin „aus freien Stücken“ abgegeben, sagt Bärbel Maxisch (58). Zuletzt habe sie keiner ihrer Aufgaben „mehr richtig gerecht werden können“. Dank neuer Mitglieder gebe es derzeit für die Grünen im Landkreis kein Problem, auch Vorstandsposten neu zu besetzen, sagt Maxisch. Darüber sei sie froh.

Ähnlich die Einschätzung bei Thomas Ackermann (43). Nach elf Jahren auf dem Sprecherposten „kann das gerne mal jemand anderes machen“, meint der Fuldataler. Die Grünen im Kreis seien derzeit „in der glücklichen Lage, dass mehr Personen sich einbringen und neuen Wind reinbringen wollen“. Gedrängt habe ihn jedenfalls niemand, als Sprecher nicht mehr anzutreten.

Kommentar: Fehlende Konzepte

Michael Schräer über den Wechsel im Vorstand der Kreis-Grünen

Es ist ein radikaler Schnitt beim Führungspersonal der Kreis-Grünen. Dass dieser auch inhaltliche Gründe hat, deutet sich in Äußerungen der neuen Sprecher an. Denn ein Zuwachs an Mitgliedern und Mandaten in jüngster Zeit hat noch nicht zu einem politisch größeren Gewicht der Grünen im Landkreis geführt. Die sind als eigenständige Kraft jenseits der SPD kaum auszumachen – die unterschiedlichen Meinungen zu Kassel-Calden sind eine der wenigen Ausnahmen.

Jetzt sollen neue Leute frische Ideen präsentieren, die das eigene Profil schärfen. Dies hat der bisherige Vorstand offenkundig versäumt. Ämterhäufung führt das bisherige Sprecherduo Maxisch/Ackermann als Grund an. Eine schwache Entschuldigung für fehlende Konzepte. Ob neue Besen automatisch besser kehren, ist allerdings auch fraglich.

mic@hna.de

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